Montag, 10. März 2014

"Die Bücherdiebin" kommt ins Kino!
... Hingehen? ... Oder lieber lassen?

Am kommenden Donnerstag ist es soweit: Mein absolutes Lieblingsbuch kommt in die Kinos. Schon seit Monaten beäuge ich kritisch erste Bilder, erste Szenenfotos, erste Trailer und Ausschnitte aus diesem Film ... und stelle mir immer wieder die Frage: Soll ich mir den Film ansehen? Oder lieber nicht?


Denn irgendwie habe ich das Gefühl, ich würde mit dem Film meine eigene Illusion von diesem wunderbaren Buch zerstören. Würde bei jedem weiteren Lesen evtl. nur noch die Darsteller im Kopf sehen und mich vielleicht ganz anders an die Geschichte erinnern, neue Emotionen damit verbinden.

Normalerweise fällt es mir relativ leicht, von einem Buch zur Filmversion zu abstrahieren: Natürlich kann eine Verfilmung nur EINE Interpretation eines Buches sein; meine eigene fällt vielleicht ganz anders aus. Und natürlich kann man manch Geschriebenes besser umsetzen, manches schlechter. Und manchmal schafft man es sogar, dem Buch eine ganz neue Ebene hinzuzufügen. Aber klappt das auch bei der "Bücherdiebin"?

Kann man den Tod, den Erzähler des Buches, überhaupt filmisch darstellen?

Ist die Sprache des Buches, die sich so oft in Randbemerkungen, Zwischen-überschriften oder kleinen Ausblicken verliert, für die Leinwand geeignet?

Wie verfilmt man Metaphern?

Und was wird aus den vielen Illustrationen im Buch, die ich mir nie "lebendig" vorstellen könnte?

Ich mag die Handlung der "Bücherdiebin" sehr. Doch dass das Buch zu meinem Lieblingsbuch wurde, hängt hauptsächlich mit der einzigartigen Erzählweise von Markus Zusak zusammen. Und die kann ich mir beim besten Willen einfach nicht auf die Leinwand gebannt vorstellen.


Der Trailer wirkt auf mich an vielen Stellen wie ein beliebiges Hollywood-Drama. Versteht mich nicht falsch, er ist durchaus gut gemacht und - würde ich nicht immer das Buch im Kopf haben - würde ich mir sogar denken: Interessanter Film, den muss ich mir mal anschauen!

Alles in allem scheint mir der Film bisher aber schon zu perfekt gemacht. Zum Beispiel empfinde ich die Darstellerin der Liesel als viel zu hübsch ... die "Bücherdiebin" in meinem Kopf hatte jedenfalls nie so schöne blonde Locken. Und solche fast epische Filmmusik hatte ich sicherlich auch nie im Kopf, wenn ich an das vom Krieg zerstörte Deutschland denken musste.

Das ist sicherlich alles keine Kritik, die ich normalerweilse an einem Film üben würde, denn "handwerklich" scheint mir hier alles sehr gut gemacht. Und dennoch ...


Andererseits bin ich auch mehr als neugierig, wie die Umsetzung auf der Leinwand nun gelungen ist. Ich freue mich, dass das Buch durch die Verfilmung noch bekannter geworden ist und bereits jetzt viele Leser dazugewonnen hat. Und vielleicht eröffnet es mir ja auch einen ganz neuen Blickwinkel auf den Roman, den ich bisher nicht berücksichtigt habe?!

Positiv stimmt mich auch, dass Markus Zusak selbst ganz begeistert von der Umsetzung zu sein scheint. In einem sehr lesenswerten Zeitungsartikel beschreibt der Autor, wie er sein Buch loslassen und in fremde Hände geben konnte: How I let go of "The Book Thief" ...

Aktuell bin ich mir nur in einem Punkt sicher: Durch die viele Publicity, die die "Bücherdiebin" in den letzten Monaten erfahren hat, habe ich richtig Lust bekommen, das Buch mal wieder in die Hand zu nehmen! Und das ist ja kein schlechtes Zeichen :-)


Jetzt meine Frage an euch: 
Habt ihr das Buch gelesen oder habt es vielleicht - pünktlich zum Kinostart - noch vor? Wie seht ihr der Verfilmung entgegen? Und natürlich: Werdet ihr euch den Film anschauen?

Ich freue mich über eure Meinungen!

Wie immer alles Liebe
Eure Bücherdiebin

Kommentare:

  1. Ich werde mir den Film auf jeden Fall angucken. Der Trailer ist total ansprechen und bei mir ist es schon einige Jahre her, dass ich das Buch gelesen habe. Von daher werde ich da nicht zu kritisch rangehen, weil ich mich an vieles nicht mehr erinnern kann (kann mir aber gut vorstellen, dass ich nach dem Film wieder total Lust aufs Buch haben werde).
    Ich kann deine Angst aber auch total verstehen, man will sich so ein geliebtes Buch halt einfach nicht kaputt machen. Ich persönlich wäre aber immer zu neugierig, was draus gemacht wurde, als dass ich den Film nicht gucken könnte. Durch Trailer und das ganze drumherum habe ich die Schauspieler eh schnell anstelle meiner eigenen Bilder im Kopf :(

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    1. Cool, da bin ich auf jeden Fall schon mal gespannt auf deine Meinung, wenn du den Film gesehen hast!
      Ich habe das Buch bisher zweimal gelesen, daher ist mir noch vieles sehr präsent, auch wenn mein letztes Lesen jetzt über drei Jahre her ist. Wird wirklich Zeit für einen reread :-)
      Finde es immer total doof, wenn man die Schauspieler beim Lesen so im Kopf hat, das hat mich bei Harry Potter damals auch echt genervt. Aber du hast recht, dafür reichen schon die Bilder und Trailer ... da muss ich mir den Film gar nicht mehr anschauen. *argh*
      Und ich bin auch ziemlich neugierig auf den Film, eben weil ich mir eine Verfilmung so schwierig vorstellen kann :-)

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    2. Bei Harry Potter nervt mich das auch extrem. Ich kann mich zum Glück noch ganz gut an "meine Bilder" erinnern und zwinge mich dann beim Lesen eher in die Richtung und dann klappt das erstaunlich gut. Aber bei Figuren, die ich noch nicht über Jahre begleitet hab, ist das schwerer... als ich Divergent noch mal gelesen hab, konnte ich meine eigenen Vorstellungen z.B. kaum noch vor mir sehen :(

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    3. Als ich endlich mit Harry Potter angefangen habe, kam schon der erste Film in die Kinos, daher habe ich daran leider gar keine "eigenen" Erinnerungen mehr daran :-/
      Oh, "Divergent" ... da sagst du was. Die Reihe müsste ich auch mal weiterlesen :-) Wobei ich mir da Kate Winslet als Jeanine Matthews echt klasse vorstellen kann. So viel habe ich mich mit der Verfilmung allerdings noch nicht beschäftigt, da hab ich - zum Glück - noch meine eigenen Bilder im Kopf. Aber wenn der Film erstmal raus ist ...

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    4. Ich finde die meisten Besetzungen von Divergent auch ziemlich gut, aber selbst wenn ich sie passend finde, sehen sie eben doch anders aus als in meinem Kopfkino und irgendwann verblasst das dann einfach neben ihnen :(

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  2. Ich kann auch sehr gut nachvollziehen, dass du Angst vor der filmischen Umsetzung hast! Verfilmungen von Büchern sind wirklich sehr schwer zu machen und ich gehe fast immer enttäuscht aus dem Kino. Gefallen hat mir aber die Verfilnung von "Gute Geister" und dem zweiten Teil der Tribute. Ich habe die Bücherdiebin erst vor kurzem gelesen und war auch vom Buch begeistert. Den Film möchte ich mir diesmal gerne ansehen...mal sehen, wie es wird. Aber die Vorschauen finde ich ganz gut. Natürlich ist es wieder ein amerikanischer Film, was ich ja nicht so gut finde...besonders bei diesem Thema! Und ich hoffe sehr, dass das Ende so bleibt wie im Buch, denn darin sind die Amis ja Weltmeister! :(
    Liebe Grüße Martina

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    1. Ich bin meistens recht genügsam, was Verfilmungen angeht und habe auch schon viele gute gesehen. Die "Tribute" haben mir auch echt gut gefallen, die meisten "Harry Potter"-Verfilmungen, "Der Vorleser", "Abbitte", "Vielleicht lieber morgen" und noch einige andere kann ich definitiv empfehlen. "Gute Geister" kenne ich noch gar nicht, da werd ich gleich mal recherchieren. Danke für den Tipp!
      Wirst du was über die Verfilmung der "Bücherdiebin" schreiben? Wäre auf deine Meinung sehr gespannt!
      Wenn Amerikaner das Nazi-Thema behandeln, kommt tatsächlich immer so ein Schwarz-Weiß-Denken zu Tage ... ich hoffe, davon werden wir diesmal verschont :-) Und ja, das Ende ... also wenn ich das Friede, Freude, Eierkuchen präsentiert bekomme - dann war es das auf jeden Fall mit mir und dem Film :-)

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  3. Ich kann deine Zweifel wirklich nachvollziehen, aber ich empfehle dir dennoch den Film zu sehen. Ich selber lese momentan das Buch, um dann ohne schlechtes Gewissen den Film sehen zu können. Ich glaube kaum, dass deine Buchillusion zerstört werden würde, allein dadurch das das Buch so außergwöhnlich aufgebaut ist und als Film eine ganz andere Dimension annehmen wird.

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    1. Hehe, das mache ich auch gerne: fix vor der Verfilmung noch schnell das Buch lesen - einfach, damit man es dann auch vorher gelesen hat :-)
      Tja, eine andere Dimension gibt der Film dem Buch sicherlich ... ich habe trotzdem Angst, dass ich beim nächsten Lesen dann immer denke: Das haben die im Film aber so und so dargestellt ... Das ging mir leider schon öfter so :-/

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  4. Oh wie schön, was Neues von der Bücherdiebin! Also von dir, hier auf deinem Blog, meine ich, hihi.

    Als ich die vielen Filmplakate hier gesehen habe, musste ich sofort an dich denken. Du bist ja quasi dafür verantwortlich, dass ich das Buch gelesen habe. ;)
    Aber ich bin genauso skeptisch, was den Film angeht. Gerade, weil ich mir nicht vorstellen kann, wie man den Tod als Erzähler auf die Leinwand bringt. Ich kann mir vorstellen, dass er überhaupt nicht vorkommt – im Trailer sieht es zumindest danach aus – und das würde das Ganze zu einer ganz anderen Geschichte machen, finde ich. So gesehen könnte man sich den Film anschauen, ohne sich den Buch-Eindruck zu zerstören.

    Allerdings muss ich zugeben, dass mich der Trailer überhaupt nicht überzeugt. Ich empfinde die Hauptdarstellerin irgendwie als ... künstlich. Ich finde kein besseres Wort dafür. Vielleicht wirkt das nur im Trailer so, aber auf mich wirken die Szenen nicht "echt" genug.

    Wenn mich also nicht zufällig irgendjemand ins Kino schleift, werde ich mir den Film wohl eher nicht ansehen. Falls du ihn dir aber anschauen solltest, würde ich mich sehr für deine Meinung interessieren. Vielleicht ist er am Ende ja doch viel besser, als ich ihm unterstelle. ;)

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    1. Jaaa, ich dachte mir, es wäre mal wieder an der Zeit :-)
      Und meine Gedanken zum Film musste ich tatsächlich mal niederschreiben und mit euch teilen! Also schön, dass du den Weg hierher wiedergefunden hast! :-)

      Der Tod soll wohl zumindest als Stimme im Film vorkommen, wenn ich das richtig verstanden habe. Warum er im Trailer aber völlig ignoriert wurde, kann ich mir auch nicht erklären. Das ist dann vielleicht die Überraschung im Kinosaal oder so :-)
      Hatte auch erst befürchtet, dass sie ihn ganz weglassen würden - dann würde tatsächlich eine ganz andere Geschichte erzählt werden!

      Mit dem Trailer und der Hauptdarstellerin habe ich ja auch so meine Probleme ... es wirkt halt alles so hollywoodmäßig und gar nicht, wie ich es mir beim Lesen vorgestellt habe. Ich werde noch mal tief in mich gehen und überlegen, ob ich mir den Film ansehe (vielleicht ja auch erst später auf DVD?!). Aber wenn ich ihn sehe, werde ich sicherlich auch etwas dazu schreiben :-)

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  5. Ich hatte das Buch lange im Regal stehen und hab tatsächlich den kommenden Filmstart zum Anlass genommen, es vor zwei Wochen anzufangen.

    Bereits durchgelesen kann ich dir natürlich nur zustimmen: Die bildreiche Sprache und die außergewönliche Erzählperspektive sind die großen Pluspunkte im Buch - natürlich nicht die einzigen!

    Der Tod soll ja auch im Film durch die Geschichte führen und ich bin echt gespannt, ob das so gut gelingt, wie im Buch. Ich könnte mir vorstellen, dass einige Metaphern vielleicht wirklich als Bilder eingebaut werden (z.B. Eis, das von der Decke der Holzingers tropft), aber wer weiß, wie es wirklich realisiert ist. In anderen Worten: Alles ist möglich!
    Ich hoffe ich schaffe es mit der Familie am Sonntag in den Film zu gehen.
    Dazu werde ich auch auf jeden Fall eine Film Review schreiben.
    Ich bin sehr gespannt, was du vom Film hältst und alleine wegen der tollen Sprache im Buch würde ich mir an deiner Stelle keine Sorgen machen, dass die filmerische Umsetzung dein Lesevergnügen lindern könnte ;)

    Liebe Grüße
    Souci

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    1. Hui, das freut mich sehr, dass der Film dich zum Lesen bringen konnte! Wenn er das bei dir und noch ein paar mehr Leuten erreichen konnte, dann hat er ja schon seine Wirkung getan :-)

      Auf den Tod bin ich wirklich sehr, sehr gespannt. Im Deutschen soll er ja von Ben Becker synchronisiert worden sein, den ich leider nicht besonders sympathisch finde. Aber die tiefe Stimme könnte ich mir schon für den Tod vorstellen. Wobei der Tod im Buch auch recht weibliche Züge hatte, also wäre eine Frauenstimme sicher auch interessant gewesen :-)

      Würde mich auf jeden Fall freuen, eine Review von dir zu lesen. Da dir das Buch und seine Sprache dir auch so gut gefallen hat, werde ich da auf dein Urteil vertrauen :-)

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    2. Hey :)
      Ich war nun im Film und habe eine Review dazu geschrieben.
      http://buecher-garten.blogspot.de/2014/03/filmreview-buchvergleich-die.html

      Liebe Grüße
      Souci

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  6. Ich habe das Buch mehrmals gelesen und war total begeistert.
    Meiner Meinung nach ist der Film als solcher sehr gut, allerdings wurde die Handlung stark komprimiert. Außerdem sehen Liesel und Max für meine Vorstellung viel zu gepflegt aus.
    Ich würde den Film aber trotzdem auf jeden Fall empfehlen!!

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  7. Ich war auch skeptisch, ob eine Verfilmung von der „Bücherdiebin“ eine gute Idee wäre. Wäre nicht das erste Mal, dass eine misslungene Adaption meinen Eindruck vom Buch (negativ) beeinflusst. Trotzdem war für mich klar, dass ich mir den Film anschauen würde, damit ich mir selbst eine Meinung bilden kann.

    Den Trailer zum Film kann man in der Tat so oder so finden. Der Film war jedenfalls besser, als es der Trailer vermuten ließ. Auf jeden Fall fand ich ihn nicht so hollywood-mäßig kitschig, wie ich befürchtet hatte.

    Was die Besetzung angeht, war ich auch sehr zwiegespalten. Bei Liesel hatte ich die größten Zweifel; ich fand sie im Film auch zu hübsch zurecht gemacht, dafür dass die Geschichte zur Kriegszeit spielt. Aber laut meiner Oma war das für die ersten Kriegsjahre tatsächlich nicht unrealistisch – also will ich das mal gelten lassen :-)
    Überhaupt muss ich sagen, dass ich von den Schauspielern positiv überrascht war. Obwohl sie teilweise nicht ganz meinen Vorstellungen entsprachen, war ich am Ende doch zufrieden.

    Eine Sache stört mich aber doch: das Ende ist abgeändert worden. Ich kann zwar damit leben, aber ich hätte es schöner gefunden, wenn sich die Macher an das Buch gehalten hätten.

    Davon abgesehen ist der Film aber, wie ich finde, gut umgesetzt. Ich musste jedenfalls hier und da ein Tränchen verdrücken – die größte Auszeichnung, die ein Film von mir kriegen kann. Daher von mir Daumen hoch für die Verfilmung!

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  8. Heihey ;)
    Du hast von mir einen Award verliehen bekommen und wurdest damit getaggt ;) Würde mich freuen, wenn du mitmachen würdest.
    Glg und einen sonnigen Tag

    http://bookcrossingbuecherwurm.blogspot.ch/

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