Montag, 13. Mai 2013

Monatsrückblick April

Das habe ich im April gelesen:

*wird durch Anklicken größer*


Markus Zusak - Der Joker, 448 Seiten (reread)
Hach, wie lange hatte ich mir einen Reread vom "Joker" vorgenommen und es dann doch - mit skeptischem Blick auf den SuB - seingelassen. Nun war der SuB klein, die Leseflaute groß und der "Joker" war wieder genauso toll wie beim ersten Mal! Erschreckend, wie viel ich von der Handlung doch vergessen hatte, aber so konnte ich einige Passagen ganz neu genießen - und werde es irgendwann ganz sicher auch ein drittes Mal lesen. Toll, toll, toll! 
 

Megan Frazer - Von Wahrheit, Schönheit und Ziegenkäse, 380 Seiten
Dara hat ein ziemliches Problem mit ihrem Übergewicht. Doch das war nicht immer so, vor zehn Jahren gewann sie sogar den "Little Miss Maine"-Schönheitswettbewerb. Als ein Schulprojekt gehörig nach hinten losgeht, wird sie vorerst von der Schule genommen und verbringt den Sommer bei ihrer Schwester auf der Ziegenfarm, wo sie ganz neue Erfahrungen macht ...
Daras "Verwandlung" wird hier absolut glaubhaft geschildert, das Leben auf der Ziegenfarm in all seinen Facetten gezeigt, und auch die anderen Charaktere konnten mich in ihrer Entwicklung absolut überzeugen. Der Schreibstil lässt sich locker weglesen und das Buch verliert - was mir besonders gefallen hat - trotz ernstem Hintergrund nie seine witzige Seite.

Kevin Kuhn - Hikikomori, 224 Seiten
Der Schreibstil hat mich zunächst in den Wahnsinn getrieben. Immer wieder wechselt die Perspektive und wenn Protagonist Till spricht, weiß man oft nicht, ob das, was er gerade beschreibt, auch wirklich passiert oder nur in seinem Computerspiel, in das er sich mehr und mehr zurückzieht. Da das Buch aber recht dünn ist, habe ich mich auf dieses Gedankenexperiment gern eingelassen und fand die Geschichte und die Hintergründe des Hikikomori (japanisch für "gesellschaftlicher Rückzug") ziemlich interessant.

Cynthia Jaynes Omololu - Dirty Little Secrets (engl.), 212 Seiten
Die Mutter von Protagonistin Lucy ist an plötzlicher Atemnot gestorben - doch statt dass Lucy trauern könnte, ist sie mit einem ganz anderen Gedanken beschäftigt: Wie beseitigt sie das Messie-Chaos, das ihre Mutter zurückgelassen hat, bevor die halbe Stadt davon erfährt und sie sich dem Spott ihrer Mitmenschen ausgesetzt sieht? In nur wenigen Stunden (das Buch schildert den Zeitraum eines Tages und einer Nacht) tauchen wir ein in die Gedankenwelt von Lucy, erfahren Details aus ihrer Vergangenheit und lernen, was es bedeutet, mit einem Messie zusammenleben zu müssen. Mein großer Respekt gilt diesem psychologischen Portrait - denn wenn ich noch am Anfang dachte, wie unreal Lucys Situation erscheint, so konnte ich mich mehr und mehr in sie hineinversetzen und ihr Handeln verstehen.  Das Ende hat mir dann auch richtig, richtig gut gefallen und mich ziemlich baff zurückgelassen. 

Marjolijn Hof - Tote Maus für Papas Leben, 112 Seiten
Wie viele Kinder gibt es, die einen toten Vater haben? Nicht so viele. Und wie viele Kinder haben einen toten Hund oder eine tote Maus? Das sind schon einige mehr. Aber wie viele Kinder haben einen toten Vater und einen toten Hund und eine tote Maus? - Die zehnjährige Kiki macht sich Sorgen um ihren Vater, der als Arzt in einem Krisengebiet unterwegs ist. Nun stellt sie Überlegungen an, wie sich die Wahrscheinlichkeit vergrößern lässt, dass er heil wieder nach Hause kommt. Ein philosophisches Kinderbuch, dass ich zwar innerhalb einer Stunde gelesen hatte, das mich aber länger nicht mehr losgelassen hat. Diesen Geheimtipp habe ich beim Bücherei entdeckt.

Hörbuch: Yves Grevet - Méto. Das Haus, ca. 237 Minuten
Mal wieder stelle ich fest, dass Hörbücher und ich einfach nicht so gut zusammen passen :-/ Ab einem gewissen Punkt lässt meine Konzentration einfach nach und ich steige dann gern aus der Geschichte aus. Auch hier hatte ich irgendwann das Problem, dass ich die einzelnen Charaktere nicht mehr auseinanderhalten konnte. Dass alle recht stereotyp beschrieben werden, gehört sicherlich zum Konzept dieser Dystopie, aber ich hätte mir ein paar mehr Hintergründe gewünscht. Noch bin ich mir nicht ganz sicher, ob ich die Trilogie weiter verfolgen werde ... einerseits hätte ich gern mehr Antworten, andererseits fehlte es mir hier eindeutig an Atmosphäre und Spannung.


-> macht insgesamt 1376 Seiten, pro Tag etwa 46 Seiten 
 

Was es sonst noch zu erzählen gibt:

Leider war meine Leseflaute, die sich schon Mitte März aufgebaut hatte, doch nicht so schnell überwunden, wie ich es gern gehabt hätte. Der Reread vom "Joker" Anfang April war zwar so toll, dass ich das Buch erwartungsgemäß in wenigen Tagen gelesen habe, doch danach wollte sich noch keine richtige Besserung einstellen. Mit eher dünnen Büchern, die sich schnell lesen lassen, habe ich dagegen angekämpft und ein paar sonnige Lesetage auf dem Balkon konnten mir langsam zu alter Form verhelfen. Die Auswahl meiner Bücher war dann auch so gut, dass ich mich zumindest über die Qualität der wenigen gelesenen Bücher nicht beklagen kann :-)

Die Contemporary Young Adult Challenge geht diesen Monat in die letzte Runde - noch bis zum 31. Mai habt ihr Zeit, auf 8 gelesene und rezensierte Jugendbücher zu kommen.
Ich selbst habe - auch wenn ich die geforderte Anzahl an Büchern locker weggelesen habe - schon jetzt gnadenlos versagt, da es mir einfach an Zeit und Lust gemangelt hat, mit den ausstehenden Rezensionen hinterherzukommen. Stattdessen müssen wohl meine kurzen Statements in den Monatsrückblicken ausreichen :-) Ich hoffe, ihr seid/wart erfolgreicher - jetzt nochmal tief Luft holen für die letzten Meter!

Ich wünsche ich euch allen einen schönen und lesereichen (Rest-)Mai!
Eure Bücherdiebin 

Kommentare:

  1. Awwww, du hast "Tote Maus für Papas Leben" gelesen! :)

    Und noch jemand, dem Méto nicht sonderlich gefallen hat. Vielleicht sollte ich es langsam von meiner Wunschliste streichen ...

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    1. Aber klar doch, so wie du von dem Buch geschwärmt hast :-)

      Ja, mit Méto bin ich echt am Zweifeln. Das Setting an sich war ja schon ziemlich interessant ... vielleicht hätte es mir als Buch auch besser gefallen als als Hörbuch *hrmpf* Aber stimmt schon, es gab echt einige negative Rezensionen ...

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  2. Ich hatte in letzter Zeit auch eine Leseflaute, weil ich wenig Zeit hatte und mir die Lust fehlte - aber langsam geht's wieder bergauf...
    Ich habe leider noch keines der Bücher gelesen, aber sie klingen interessant.
    "Tote Maus für Papas Leben" hört sich für mich besonders toll an - behlte es mir mal im Hinterkopf :)
    Liebe Grüße und noch einen schönen Tag wünsche ich dir!
    Nora

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    1. Im April schien die Leselust wirklich bei einigen Bloggern nach unten zu gehen ... ich hoffe, aus dem Tief sind wir jetzt alle wieder raus!
      "Tote Maus für Papas Leben" ist wirklich ein besonderes Buch - und auch sehr schnell gelesen. Also überleg's dir! Dir auch einen schönen Tag und tolle Lesestunden!

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