Notizen der Bücherdiebin: Februar 2012

Mittwoch, 29. Februar 2012

Die Buchliebhaber-Challenge -
Mein fünftes Meme zum Thema "Bücherregale"

Hallo zusammen,
im fünften Meme zu unserer Buchliebhaber-Challenge habe ich euch aufgefordert, uns eure Bücherregale vorzustellen. Und da das Meme bis genau heute läuft, will ich mich auch ganz fix noch daran beteiligen. *lach* Eine gute Entschuldigung, warum mein Beitrag so spät kommt, habe ich natürlich auch - erst am Wochenende habe ich mein Regal ein bisschen umsortiert und ich wollte euch natürlich den neuesten Stand zeigen :-) Ein bisschen habe ich auch noch auf gutes Wetter und damit gutes Licht für meine Handykamera gewartet - aber das wäre doch zuviel des Guten gewesen :-)

Hier also erstmal der etwas schattige Blick auf mein Bücherregal:


Sortiert habe ich locker nach Genre, aber auch nach Format (ob fest gebunden, Klappenbroschur oder Taschenbuch...), die Klassiker gehören natürlich zusammen, moderne Literatur hat ein eigenes Regalbrett, Jugendbücher stehen zusammen, Gedichte- und Kurzgeschichtensammlungen auch und der SuB liegt natürlich getrennt vom Rest. 

Hier ein genauer Blick auf jedes Regalbrett:

"moderne Literatur" im Taschenbuchformat - meine (stetig wachsende) 
Diogenes-Sammlung darf hier nicht fehlen :-)

Gedichte, Kurzgeschichten, Märchen, Geschenkbücher und Co. 
- und mein geliebter Lesezeichenbecher!

Meine gebundenen Jugendbücher 
(das Buch ganz links verdient seine besondere Beachtung *lach*) 
und der Rest der modernen Literatur (in Klappenbroschur)

Klassiker in zwei Stapeln - einmal Deutsch, einmal Englisch, 
 alphabetisch nach Autoren sortiert

ein paar Hefter und Sachbücher dürfen nicht fehlen - und die hübsche Ausgabe 
von "Kafka am Strand" hat hier auch einen Ehrenplatz

Harry Potter komplett im Schuber sowie die Begleitbücher "Phantastische Tierwesen" und "Quidditch" - nur "Beedle, der Barde" fehlt mir noch ;-) Dazu meine Stiftebox, falls ich mir beim Lesen etwas notieren möchte.

Die "Splitterherz"-Trilogie (sieht sooo hübsch aus nebeneinander!) und der Großteil meines SuBs (bald, ganz bald wird hier mein gesamter SuB hineinpassen *juchu!*)

Und meine kleine Sammlung an Fotobüchern und Erinnerungsstücken - für mich sind das ganz besondere Bücher und sie dürfen in meinem Regal nicht fehlen!


Soooo, das war also mein Bücherregal, darin stehen (mal abgesehen vom SuB) meine absolut liebsten Bücher, die ich wohl nicht so schnell wieder hergeben würde. Von vielen Büchern, die ich gelesen habe (und die auch auch ganz okay fand), trenne ich mich nämlich bald nach dem Lesen wieder, so dass immer genügend Platz auf den paar Regalbrettern bleibt. So kann ich mit Sicherheit sagen, dass nur die Bücher, die mich ganz besonders berürt haben, in meinem Regal stehen - mein komplettes Regal ist damit eine direkte Leseempfehlung an euch :-)
Auch wenn eine große Bücherwand sehr hübsch aussieht (und ich sie mir wirklich gerne bei anderen Leuten ansehe), würde es mich beunruhigen, selbst so viele Bücher zu besitzen. Einen Umzug mit unzähligen Kisten voller Bücher mag ich mir gar nicht vorstellen :-) Wer ganz genau hinsieht, kann auf dem allerersten Foto sogar einen kleinen Buchstapel erkennen, der unter meinem Regal liegt: Dort lagere ich die aussortierten Bücher zwischen, bis sie ein neues Zuhause gefunden haben.

Trotzdem besitze ich noch mehr Bücher, die keinen Platz im Regal gefunden haben: Dazu gehört meine kleine Sammlung Ballett-Bücher (hauptsächlich die Cindy-Bücher, die ich euch im letzten Meme vorgestellt habe), weitere Jugendbücher, bei denen ich mir noch nicht ganz sicher bin, ob ich sie für immer behalte, sowie ein paar Sachbücher aus meinem Studium. Also - ich präsentiere - die "Bücherschublade":


Ich hoffe, der kleine Ausflug in meine Bücherwelt hat euch gefallen.

Zusätzlich zu diesen beiden "Bücherorten" stehen noch ein paar Bücher, die ich auch gelesen habe, im Regal meines Freundes, in unserer Küche findet sich eine (recht klägliche) Sammlung an Koch- und Backbüchern, in mein Büro hat es ein paar Nachschlagewerke verschlagen *hihi* und bei meinen Eltern habe ich noch einige geliebte Kinderbücher... ganz ohne Bücher geht es eben nirgends - sogar im Bad liegt fast immer ein "Klobuch" bei uns herum :-)

Falls ihr selbst noch ein Meme veröffentlichen möchtet, gebt mir doch Bescheid - auch wenn die eigentliche Frist in diesen Minuten abläuft, freue ich mich über weitere Beiträge! Eine kleine Auswertung des Memes wird es vor dem nächsten Meme natürlich auch noch geben, denn ich durfte bisher wirklich in tolle Bücherregale hineingucken!

Eure Bücherdiebin

Samstag, 25. Februar 2012

[Neu im SuB] Die klägliche Post der letzten Wochen...

Hallo zusammen,
schon ewig ist es her, dass ich euch meine buchigen Neuzugänge gezeigt habe... Das liegt nicht etwa daran, dass ich keine Lust dazu habe, sondern vielmehr daran, dass kaum neue Bücher bei mir ankommen *schluchz*

Momentan nehme ich ja an der "SuB-Abbau = SuB-Aufbau minus 1"-Challenge teil, die noch bis Ende März dauert. Ich selbst habe mir strenge Regeln auferlegt, da ich meinen SuB gerne im einstelligen Bereich sehen würde - am liebsten im kleinen einstelligen Bereich :-) Ich bin auch gut dabei, momentan bin ich bei 11 ungelesenen Büchern angekommen, aber ich habe ENTZUGSERSCHEINUNGEN!!! In meinem Kopf führe ich schon imaginäre Listen, was ich - sobald die Challenge vorbei ist - aus der Bücherei ausleihen werde, in unserem Oxfam schleiche ich ständig um die Antiquariatsabteilung und seit neuestem bin ich auch bei Tauschticket aktiv und überlege schon, was ich mir da alles ertauschen könnte. Die Bücher auf meinem aktuellen SuB dagegen reizen mich momentan kaum... *seufz*
Kurz gesagt: Es wird Zeit, dass die Challenge vorbei ist und ich wieder Bücher shoppen / leihen kann! :-)

Hier nun meine Neuzugänge, die mich seit Beginn des Jahres (!!!) erreicht haben:

*klicken zum Vergrößern*

"Die Flucht" von Ally Condie - bereits gelesen und rezensiert.
Vielen Dank an den FJB-Verlag für dieses Rezensionsexemplar! Leider hat mich die Fortsetzung von dem wunderschönen Buch "Die Auswahl" nicht wirklich überzeugen können.
(schickt euch der Fischer-Verlag eigentlich auch nie Bestätigungen, wenn ihr für ein Rezensionsexemplar vorgemerkt seid oder geht das nur mir so?)

"Sieben Minuten nach Mitternacht" - auch bereits gelesen und rezensiert
Vielen, vielen Dank nochmal an Ayanea von Bookparadies, bei der ich dieses ganz besondere Buch gewonnen habe! Ich habe mich total über den Gewinn gefreut und das Buch konnte mich ziemlich überzeugen!

"Seven Souls" - das lese ich gerade...
Mein erstes ertauschtes Buch von tauschticket.de - es wird sicherlich nicht mein letztes sein! Die ersten Tauschvorgänge liefen alle sehr unkompliziert und freundlich ab und ich werde es sicherlich als Alternative zu ebay, momox und Co. weiter verfolgen.


Wie ihr seht, lese ich gerade alle Neuzugänge sofort (wohl auch ein Zeichen des Entzugs) - und ich beeile mich beim Rezensionenschreiben, was gerade ganz gut gelingt. *stolz auf die Schulter klopf*

Habt ihr noch Tipps für mich, was von meinem aktuellen SuB ich unbedingt lesen sollte (oder was ich ganz schnell aussortieren sollte) - ich bin gerade so unmotiviert, weil die meisten Bücher dort schon etwas länger liegen... Nur wenn jetzt alle schreien: "Nach dem Sommer" - damit wollte ich noch warten, bis der Erscheinungstermin von Teil 3 in greifbare Nähe rückt :-)

Liebe Grüße von Eurer Bücherdiebin
(die jetzt versucht, weiter mit den Entzugserscheinungen klarzukommen *lach*)

Mittwoch, 22. Februar 2012

[Rezension] Julia Karr
- The Sign. Nur zu deiner Sicherheit

Eine Zukunft, in der man mit sechzehn seine Unschuld verliert

"Die Männer, die ich kannte, waren entweder verrückt, so wie Grandpa; oder sie waren irgendwie gruselig und seltsam, wie Sandys Stiefvater; oder aber sie waren miese Betrüger, so wie Ed. Das ist Ginnies verheirateter Freund und zufällig auch der Dad von meiner kleinen Schwester Dee. Ich hatte keinen Schimmer, wie es war, einen Vater zu haben, ob echt oder nicht, da meiner am Tag meiner Geburt gestorben war. Alles, was mir geblieben ist, ist ein altes elektronisches Foto und die Geschichten, die Grandma mir früher immer von ihm erzählt hat."


Nichts fürchtet die in einer nahen Zukunft lebende Nina so sehr wie ihren sechzehnten Geburtstag. Obwohl die meisten Mädchen dieses Datum kaum erwarten können: Sie bekommen ein Tattoo und dürfen nun legal Sex haben. Doch Nina ahnt, dass mehr hinter diesem Tattoo steckt. Als kurz darauf ihre Mutter bei einem brutalen Anschlag ums Leben kommt, erfährt Nina: Ihre Mutter gehörte zum Widerstand – und ihr totgeglaubter Vater ist am Leben, irgendwo im Untergrund. Sie setzt alles daran, ihn zu finden – und gleichzeitig sich und ihre Halbschwester vor dem Zugriff des Regimes zu schützen. Da verliebt sie sich in Sal, einen Widerstandskämpfer. Doch kann sie ihm trauen?

Die Grundidee dieser Dystopie hat mich von Anfang an sehr interessiert: Knapp 150 Jahre in der Zukunft werden Mädchen gebrandmarkt, sobald sie legal Sex haben dürfen - ob sie das wollen oder nicht, steht dabei im Hintergrund. Es liegt auf der Hand, dass in dieser Welt Sex schnell als Ware deklariert wird und wir uns in einer schrecklichen Umgebung befinden, in der alles von den Mächtigen (in diesem Fall den Männern und der männlichen Regierung) bestimmt wird. Stellenweise ist das Buch dabei sehr grausam; die Passagen über die Gewalt gegen Ninas Mutter konnte ich nur schwer lesen und auch das Schicksal einiger "Sex-Teens" hat mich stark berührt. Empfehlen würde ich das Buch daher erst ab etwa 15/16 Jahren.

In dieser Welt wächst Protagonistin Nina auf, die sich so gar nicht auf ihren 16. Geburtstag und damit ihr Tattoo freuen kann. Mit ihren Sorgen konnte ich mich schnell identifizieren, auch wenn ihr Charakter insgesamt etwas blass blieb. Absolut charmant fand ich aber die vielen Nebencharaktere: Ninas Großeltern sind sehr sympathisch, gerade der Großvater kommt sehr schrullig herüber und sorgte bei mir für einige Lacher. Ninas kleine Schwester Dee ist mir in ihrer liebenswürdigen Art sehr schnell ans Herz gewachsen und auch mit Ninas Freunden habe ich mitgefiebert. Anhand der alten Freundin Sandy bekommt man sogar die Sicht eines verrückten "Sex-Teens" dargestellt. Bloß Ed, Ninas Stiefvater und damit (natürlich) einer von den "Bösen", war mir definitiv zu übertrieben dargestellt - er handelt wirklich nur aus niederen Beweggründen und war ein extrem eindimensionaler Charakter. Aus ihm hätte man sicher mehr herausholen können.

Die Liebe zu Sal wird in diesem ganzen Trubel sehr behutsam erzählt. Nina ist zunächst so manipuliert von den vielen Geschichten rund um die "Sex-Teens", dass sie sich überhaupt nicht vorstellen kann, dass es Sex nicht nur aus Machtgründen, sondern auch aus Liebe geben kann. So verändert sich ihr Bild von der Beziehung zwischen Mann und Frau nur ganz langsam im Laufe des Buches - doch das ist genau das richtige Tempo für diese Dystopie! Ninas zunehmende Verliebtheit und die wachsenden Schmetterlinge in ihrem Bauch werden so glaubhaft herübergebracht, dass man gerne mitverfolgt, wie sich Nina und Sal umschwärmen.

Die elektronischen Neuerungen dieser Welt wurden dagegen leider nur unzureichend erklärt. Immerhin befinden wir uns im Jahre 2150 und die Technik ist weit fortgeschritten, doch was genau ich mir zum Beispiel unter einem "PAV" - einer Art elektronischem Sender, mit dem man telefonieren, Bilder verschicken und Daten speichern kann (also doch eher ein veraltetes Handy?) - vorstellen soll, wurde mir bis zum Ende des Buches nicht ganz klar.

Das Rätsel um Ninas Vater war sehr spannend dargestellt, nur häppchenweise bekam man weitere Informationen über ihn. Allerdings wollte ich hier Nina auch manchmal in den Hintern treten, weil sie einfach nicht aus den Puschen kommt: Da besitzt sie ein Buch, in dem sie versteckte Informationen über ihren Vater vermutet, und hat nie Zeit, es sich genauer anzusehen... Ich an ihrer Stelle hätte es doch vor Neugier kaum noch ausgehalten und wäre mitten in der Nacht aufgestanden, um darin unbemerkt blättern zu können - diese Lethargie, die auch noch in anderen Punkten zum Tragen kommt, habe ich nicht verstanden. Gegen Ende des Buches hat die Autorin meiner Meinung nach dann etwas zu künstlich versucht, mehr Spannung zu konstruieren. So wurden einige dramatische Ereignisse, die für Nina sicherlich viel wichtiger gewesen wären, einfach so abgehakt, während sich die Lage auf einen typischen "Endkampf" zuspitzte - dieser hätte so aber gar nicht sein müssen, besitzt die Geschichte an sich doch eigentlich genug Potential.

Ich bin gespannt, was Julia Karr für die kommenden Teile der Trilogie "The Sign" noch bereithält, und freue mich auf ein Wiedersehen mit Nina, Dee, Sal und Co. in ihrem Kampf gegen dieses schreckliche System! Auf Englisch ist der nächste Teil "Truth" übrigens gerade erschienen - die deutschen Leser müssen sich allerdings noch etwas gedulden...

Interessanter Auftakt einer Reihe, die noch viel Potential birgt - die paar kleinen Makel kann man dabei leicht verschmerzen. 7 von 10 Bücherdiebinnen!

Montag, 20. Februar 2012

[Rezension] Patrick Ness & Siobhan Dowd
- Sieben Minuten nach Mitternacht

Du schreibst die Geschichte deines Lebens nicht mit Worten

"Das Monster tauchte kurz nach Mitternacht auf.
Wie Monster das so machen.
Conor war wach, als es kam.
Er hatte einen Albtraum gehabt.
Na gut, nicht irgendeinen. Den Albtraum.
Den einen, den er in letzter Zeit ziemlich oft hatte.
Den mit der Dunkelheit und dem Wind und dem Schrei.
Den mit den Händen, die er irgendwann nicht mehr
festhalten konnte, egal wie sehr er sich bemühte.
Den, der immer damit endete, dass - "

Es ist sieben Minuten nach Mitternacht, als etwas völlig Ungeheuerliches passiert: Wie jede Nacht erwartet Conor eigentlich nur seinen Albtraum wie einen nächtlichen Peiniger, der ihn quält, seit seine Mutter ihre Behandlung begann. Es ist aber etwa anderes, das nun an sein Fenster klopft. Ein ungeheuerliches Wesen, das anscheinend im Garten hinter seinem Haus lebt. Es ist uralt, wild und weise, und es flößt Conor unendliche Angst ein. Doch letztlich ist es der einzige Freund, der dem Jungen in den schwersten Stunden seines jungen Lebens zur Seite steht...

"Sieben Minuten nach Mitternacht" ist eine wunderschöne, tieftraurige und gefühlvoll erzählte Geschichte, die ein sehr sensibles Thema - den Umgang mit dem Tod eines geliebten Menschen - behandelt. Nach dem Lesen hatte ich einen wirklich dicken Kloß im Hals, was bei mir nicht sehr oft vorkommt, und ich musste die Geschichte erstmal eine Weile verdauen, so nah gingen mir Conor und seine todkranke Mutter.

Die komplette Geschichte wird aus der Sicht des dreizehnjährigen Conor erzählt. Mit ihm erlebt man aber nicht nur die fortschreitende Krankheit der Mutter, sondern auch sein ganz alltägliches Leben: In der Schule wird er aufgrund seiner Probleme zuhause von den anderen gemieden oder gemobbt, die Beziehung zu seinem Vater, der die Familie schon vor Jahren verlassen und sich ein neues Leben in Amerika aufgebaut hat, ist geprägt von Enttäuschungen, und das Zusammenleben mit seiner herrischen Großmutter gestaltet sich mehr als schwierig. Doch nicht einmal in seinen Träumen findet Conor Erholung, denn dort besucht ihn Nacht für Nacht das seltsame Monster, das ihm jeglichen Schlaf raubt. - Auf jeder einzelnen Seite von "Sieben Minuten nach Mitternacht" spürt man Conors Verzweiflung und leidet mit ihm in dieser hoffnungslosen Situation.

Bereichert wird die traurige Geschichte durch viele düstere und geheimnisvolle Bilder, die gut die Atmosphäre des Buches wiedergeben. Gerne habe ich mir die Bilder auch länger angesehen, da sie viel Raum für Interpretationen lassen. Manche füllen ganze Doppelseiten und manchmal wird die Schrift von den Zeichnungen regelrecht umrahmt - insgesamt wirkt "Sieben Minuten nach Mitternacht" also sehr liebevoll gestaltet. In einem Trailer zum Buch könnt ihr euch die Illustrationen von Jim Kay (und wie diese lebendig werden) näher ansehen:



Der Schreibstil von Patrick Ness ist sehr gefühlvoll, vermittelt eine durchweg düstere Atmosphäre und wirkt teilweise sogar märchenhaft. Wenn das Monster aus Conors Albträumen ihm schließlich drei verschiedene (ebenfalls sehr hoffnungslose) Märchen erzählt, fügen diese sich daher nahtlos in das Geschehen ein. Sowieso verschwimmen in den Begegnungen mit dem Monster Realität und Traum zusehends, so dass bis zum Ende unklar bleibt, welchen Ursprung diese Träume haben. Doch nicht nur darüber, auch, wie es mit Conor anschließend weitergeht, habe ich mir noch viele Gedanken gemacht. Selbst wenn das Wichtigste im Buch gesagt wird und die Geschichte in sich abgeschlossen ist, kamen mir noch viele Fragen darüber in den Sinn, wie Conors Leben wohl in Zukunft aussehen wird.

Das einzige Manko des Buches ist in meinen Augen, dass es keine richtige Zielgruppe zu geben scheint, für die das Buch gemacht ist. Für Jugendliche im Alter des Protagonisten empfinde ich die Stimmung als viel zu düster und bedrückend, und auch Menschen, die schon ähnliche Erfahrungen mit dem Verlust einer geliebten Person machen mussten, werden wenig tröstende Worte aus der Geschichte ziehen können. Allen, die ein Buch zum Nachdenken über Leben und Tod suchen und die ihren Gefühlen beim Lesen gern freien Lauf lassen, kann ich das Buch aber bedenkenlos empfehlen.

Ein besonderes, wenn auch trauriges Leseerlebenis, das einen nicht so schnell wieder loslässt! 8 von 10 Bücherdiebinnen!

Mittwoch, 15. Februar 2012

Die Buchliebhaber-Challenge - Das fünfte Meme!

Hallo liebe Buchliebhaber,
wie doch die Zeit vergeht: Im mittlerweile fünften (und somit vorletzten!) Meme unserer Buchliebhaber-Challenge dreht sich diesmal alles um euer Bücherregal. Teilnehmen kann wieder jeder Besitzer eines Blogs, der sich berufen fühlt, uns seine Regale zu zeigen... besonders natürlich alle Teilnehmer der Challenge :-)

Und hier die Fragestellung:

1. Fotoaufgabe: Zeigt uns euer Bücherregal!
Als Buchliebhaber freue ich mich immer ganz besonders, in die Bücherregale anderer Blogger hineinzuschnuppern - manchmal entdeckt man dort ein Lieblingsbuch oder einen Titel, den man selbst unbedingt noch lesen wollte. Manchmal entdeckt man ganz neue Bücher, die zum eigenen Lesegeschmack passen, oder holt sich Anregungen, das eigene Regal mal wieder unter die Lupe zu nehmen. Und sicherlich immer freut man sich am Anblick eines (gut gefüllten) Bücherregals anderer Blogger. Wir sind also gespannt auf ein Foto von eurem Regal (oder eurer Regale...) oder anderer Orte, wo eure Bücher vielleicht noch zuhause sind!

2. Wonach habt ihr eure Bücher sortiert?
Nachdem wir nun euer Regal gesehen haben, wollen wir natürlich wissen: Wonach habt ihr die Bücher dort sortiert? Stopft ihr einfach alles in die Regale, wo gerade Platz ist? Sortiert ihr nach Autor, Titel, Genre, Verlag? Oder: was bewahrt ihr sonst noch in eurem Bücherregal auf? Lasst uns einfach teilhaben an eurem persönlichen System!


Bis zum 29. Februar habt ihr Zeit für die Beantwortung der Fragen. Wenn ihr einen Beitrag auf eurem Blog veröffentlicht habt, postet mir bitte den Link in einem Kommentar, so dass ich euch entsprechend verlinken kann. Zum Abschluss wird es hier auf meinem Blog wieder eine kleine Auswertung mit allen Beiträgen geben. Ich freue mich schon sehr auf eure Regale!

Ab dem 15. März findet ihr das letzte Meme übrigens auf dem Blog von Sarah. Und hier könnt ihr die Beiträge des letzten Monats zum Thema "Bücherschätze" bewundern...

Sonntag, 12. Februar 2012

[Rezension & Buch im Buch] Matthew Skelton
- Endymion Spring. Die Macht des geheimen Buches

Was für ein merkwürdiges Buch!

"Blake bückte sich, um das Buch aufzuheben, doch dann hielt er plötzlich inne. Eine unbestimmte Angst durchfuhr ihn. War es etwa dasselbe Buch, das nach seinem Finger geschnappt hatte?
Unmöglich, dachte er. So etwas tun Bücher nicht. Und außerdem, der Einband dieses Buches war abgeschabt, rissig und spröde wie ein alter Lederhandschuh. Es sah vollkommen harmlos aus."


In der ehrwürdigen Bibliothek von Oxford stößt der 12-Jährige Blake auf ein seltsames Buch. Der Band ist unbedruckt, leer, ohne Worte, aber sein Papier hat feine pulsierende Äderchen, als würde es leben. Blake ist fasziniert. Plötzlich tauchen auf den Seiten Wörter auf, die nur Blake sehen und lesen kann. Das Buch scheint sich selbst zu schreiben und ein jahrhundertealtes Geheimnis zu offenbaren. Blake begreift, dass er mit dem Buch eine unglaubliche Entdeckung gemacht hat, die nicht nur ihn brennend interessiert und anzieht...

"Endymion Spring" ist ein spannender Literaturkrimi für Kinder, der von allem etwas bietet - Verschwörungen, Geheimnisse, einen Hauch Fantasy, Ausflüge in historische Begebenheiten sowie eine Geschichte über Familie und Freundschaft. Beim Lesen musste ich immer wieder daran denken, dass Dan Brown wohl solch eine Geschichte zu Papier bringen würde, würde er Bücher für Leser ab circa 10-12 Jahren schreiben ;-)

Das Buch spielt in zwei Zeitebenen: einmal zur heutigen Zeit in Oxford, wo Blake in der berühmten "Bodlein Library" auf das geheimnisvolle Buch "Endymion Spring" stößt, und einmal im 15. Jahrhundert zu Zeiten Johannes Gutenbergs, der gerade den Buchdruck erfindet, denn in dieser Zeit wird "Endymion Spring" erschaffen. So erhält man einerseits Einblicke in das beschwerliche tägliche Leben des 15. Jahrhunderts und über die mühsame Erfindung des Buchdrucks. Andererseits bekommt man eine moderne Geschichte geliefert, die dem Leser die Welt der Oxforder Literaturkreise, Bibliothekare und Bibliophilen näher bringt.

Mit den historischen Fakten scheint es Matthew Skelton nicht allzu genau zu nehmen, genauso wie mit der Beschreibung der Oxforder Literaten, aus denen er einen bunten Haufen Verschwörungstheoretiker macht... Aber das ist bei diesem Buch auch zweitrangig - hauptsächlich geht es darum, eine spannende und fantasievolle Geschichte zu erzählen. Und das tut der Autor ganz sicher, fiel es mir doch schwer, das Buch aus der Hand zu legen, bevor das Geheimnis um "Endymion Spring" gelüftet war!

Im letzten Drittel nimmt das Buch nochmal gehörig an Fahrt auf und wird sehr spannend, denn es geht in die düsteren Kellergeschosse der Bodlein Library, wo so manche Geheimnisse (und natürlich Bücher!) verborgen liegen. Allerdings nahm das Buch hier auch ein paar Wendungen, die mir nicht so gut gefallen haben und die stellenweise unglaubwürdig wirkten. Alles in allem kann ich "Endymion Spring" jedoch jedem Buchliebhaber ans Herz legen.

Bücher, Verschwörungen, Geheimnisse - was will man mehr von so einem spannenden Kinderbuch?! 7 von 10 Bücherdiebinnen!




Buch im Buch (was ist das?):
Da das ganze Buch eine kleine Ode an die Literatur ist, darf ein "Buch im Buch"-Eintrag meinerseits nicht fehlen: Nicht nur zeigt uns "Endymion Spring", welche Macht Bücher haben können, nein, das ganze Buch strotzt nur so vor Beschreibungen von Bibliotheken, zeigt uns die Oxforder Literaturkreise, die Besessenheit mancher Literaturprofessoren und bringt seinen Lesern in eindrucksvollen Passagen die Erfindung des Buchdrucks näher:

"Die Arbeit an der neuen Bibel ging voran. Es war ein Mammutunternehmen, für das wir tausende von Lettern und zahllose Bogen Papier vorbereitet hatten. Selbst bei unserem augenblicklichen Tempo würde es weitere zwei Jahre dauern, um allein mit dem Druck der Seiten fertig zu werden. Der Meister hatte zunächst 150 Exemplare geplant, dreißig davon auf feinstem Pergament, aber schon gab es eine wachsende Liste von Bestellern: Geistliche und Patrizier, die alle gespannt waren, wie das Produkt einer unvorstellbaren Maschine im Vergleich zur Arbeit der fleißigsten Schreiber aussehen würde. Es gab sogar Gerede, wir hätten einen Pakt mit dem Teufel geschlossen, denn wie sonst könnten wir in so kurzer Zeit identische Exemplare von demselben Text herstellen?"

Dienstag, 7. Februar 2012

[Rezension] Christopher Paolini
- Eragon. Das Vermächtnis der Drachenreiter

Der Wind heulte durch die Nacht und trug einen Duft heran, 
der die Welt verändern sollte.

"Plötzlich zeigte sich ein Riss in dem Stein. Dann noch einer und noch einer. Gebannt beugte sich Eragon vor, noch immer das Messer in der Hand. Auf der Oberseite, dort wo die Risse zusammenliefen, wackelte ein kleines Stück, als würde es auf etwas balancieren, dann hob es sich und fiel zu Boden. Nach einer Reihe weiterer Quiekser schob sich ein kleiner dunkler Kopf aus dem Loch, gefolgt von einem merkwürdig verrenkten Körper. Eragon packte das Messer fester und stand da wie angewurzelt. Kurz darauf hatte das Wesen sich vollständig aus dem Stein geschält. Eragon machte vor Schreck einen Satz rückwärts. Vor ihm saß ein winziger Drache und leckte sich die Eihülle ab, die ihn noch umgab."


Der fünfzehnjährige Eragon lebt mit Onkel und Cousin in einen kleinen Dorf in der Bergen von Alagaesia. Die Menschen sind arm, das Leben ist hart – aber Eragon gefällt es. Das ändert sich jedoch schlagartig, als er in den Bergen einen geheimnisvollen Stein findet, der sich als Drachenei entpuppt. Denn kaum ist der Drache geschlüpft, gerät Eragons ganze Welt ins Wanken: Brutale Schergen des grausamen Königs Galbatorix jagen ihn, ermorden seinen Onkel und stecken den Hof in Brand. Eragon verliert in einer einzigen Nacht seine Familie und seine Heimat. Und so verlässt er das Dorf und macht sich auf die Suche nach den Mördern...

"Eragon" entführt den Leser in eine mittelalterliche Fantasywelt voller Zauberer, Elfen, Hexen, Zwerge und Co. Im Mittelpunkt stehen dabei natürlich die Drachen und ihre Drachenreiter. Die majestätischen Tiere übten auf mich eine große Faszination aus: Nach dem Lesen der ersten 100 Seiten ertappte ich mich mehrmals dabei, unbedingt so ein kleines tapsiges Drachenbaby adoptieren zu wollen, und im Verlauf der Geschichte wuchs mir die sympathische Drachendame Saphira immer mehr ans Herz - klug, stark und schön zugleich beschreibt Christopher Paolini dieses Fabeltier.

Doch auch der Rest der Welt konnte mich in ihren Bann ziehen: Ich fühlte die schwere Arbeit, die Eragon täglich verrichten muss, litt mit auf der beschwerlichen Reise durch das Königreich Alagaesia (die man übrigens gut auf einer Karte vorne im Buch mitverfolgen kann) und las gebannt über die vielen politischen Verwicklungen zwischen den einzelnen Völkern. Im Lauf der Geschichte wurden außerdem viele alte Sagen und Legenden einbezogen, die dem Buch eine besondere Tiefe verleihen und einiges an Hintergrundwissen liefern. Wenn man bedenkt, dass Christopher Paolini gerade einmal 15 Jahre alt war, als er diese Geschichte niedergeschrieben hat, bin ich tief beeindruckt, welch eine komplexe Welt er so mit "Eragon" erschaffen hat!

Was mir dafür weniger gefallen hat, war der Schreibstil des Autors. Es mag sein, dass dieser bloß einer schlechten Übersetzung geschuldet ist, aber mir ist beim Lesen ständig aufgefallen, wie einfach die Sätze gestrickt sind und wie schlicht die Wortwahl teilweise ausfällt. Der spannenden Geschichte tut dies an sich keinen Abbruch, aber ein bisschen anspruchsvoller darf die Sprache in meinen Augen schon sein.

Nicht ganz so zugesagt haben mir außerdem die vielen Kriegsszenen gegen Ende des Buches - meiner Meinung nach stand hier die Geschichte ein bisschen still und verlor (trotz der dramatischen Kämpfe) dadurch an Spannung. Das Ende jedoch versprach einen neuen Aufbruch und noch viel Stoff für die weiteren drei Bände "Der Auftrag des Ältesten", "Die Weisheit des Feuers" und "Das Erbe der Macht". Daher erwarte ich schon mit Spannung, wie es mit Eragon und Saphira weitergeht! 

Ich bin beeindruckt, welch eine komplexe Welt der junge Christopher Paolini in "Eragon" erschaffen hat und werde gerne mehr über die Welt der Drachen und ihrer Reiter lesen! 7 von 10 Bücherdiebinnen!



Hier die gesamte vierteilige Reihe im Überblick - alle Bände sind inzwischen erschienen!

Sonntag, 5. Februar 2012

[Rezension] Jonathan Safran Foer
- Extrem laut und unglaublich nah

Der Schlüssel passte nirgendwo 

"Ein tolles Spiel, das ich mit Dad an manchen Sonntagen spielte, war die Aufklärungs-Expedition. [...] Für unsere letzte Expedition, die wir nicht mehr zu Ende führen konnten, gab er mir eine Karte vom Central Park. Ich sagte: "Und?" Und er sagte: "Und was?" Ich sagte: "Bekomme ich denn keine Hinweise?" Er sagte: "Wo steht geschrieben, dass man immer Hinweise bekommen muss?" "Es gibt immer Hinweise." "Für sich genommen, besagen Hinweise gar nichts." "Gar keine Hinweise?" Er sagte: "Außer, dass fehlende Hinweise auch schon ein Hinweis sein könnten." "Kein Hinweis soll ein Hinweis sein?" Er zuckte mit den Schultern, als hätte er keine Ahnung, was ich meinte. Das fand ich super."

Oskar Blum ist altklug und naseweis, hochbegabt und phantasievoll. Eine kleine Nervensäge, die schon mit neun Jahren eine Visitenkarte vorweist, auf der sie sich als Erfinder, Schmuckdesigner und Tamburinspieler ausweist. Vor allem aber ist Oskar todtraurig und tief verstört. Auch noch zwei Jahre nachdem sein Vater beim Angriff auf das World Trade Center ums Leben kam. Nun will er herausfinden, warum Thomas Schell, der ein Juweliergeschäft hatte, sich ausgerechnet an diesem Tag dort aufhielt. Mit seinem Tamburin zieht Oskar durch New York und gerät in aberwitzige Abenteuer.

"Extrem laut und unglaublich nah" ist - man kann es nicht anders sagen - ein besonderes Buch. Trotzdem habe ich mich mit der Geschichte rund um Oskar, seinen Vater und den 11. September etwas schwer getan.

Der Stil, in dem das Buch geschrieben ist, ist wirklich unverwechselbar. Der Lauf der Geschichte wird immer wieder unterbrochen von Fotos, Grafiken, Seiten, auf denen nur einzelne Sätze stehen, Briefen, kleinen Randbemerkungen oder ähnlichem. Ich liebe es, wenn Bücher so "anders" sind, wenn an Stellen der Erzählfluss gestoppt wird und der Leser plötzlich zum Nachdenken gezwungen wird - und Jonathan Safran Foer hat dies in seinem Buch wirklich wunderbar umgesetzt!

Mit der Geschichte an sich hatte ich allerdings so meine Probleme. Auf den ersten 80 Seiten habe ich sogar mehrmals überlegt, das Buch abzubrechen, da ich mit den Charakteren einfach nicht warm wurde. Oskar ist ein eigenbrötlerisches Kind, das eine sehr spezielle Sicht auf die Welt hat, mit der ich mich einfach nicht anfreunden konnte. Mit seinem nervigen Tamburin hat er mich auf unangenehme Weise an den nicht weniger nervigen Oskar Matzerath mit seiner "Blechtrommel" erinnert. (dass diese Parallele sogar beabsichtigt war, habe ich erst später festgestellt - doch finde ich nicht, dass sie das Leseerlebnis von "Extrem laut und unglaublich nah" irgendwie literarischer oder anspruchsvoller macht...) Natürlich wurde Oskar von einem tragischen Schicksal ereilt, was nicht leicht für einen Neunjährigen zu verkraften sein dürfte, doch trotzdem konnte ich nie so recht Mitleid mit diesem schwierigen Charakter empfinden. Seine Mutter, die versuchen will, wieder ein normales Leben mit ihm zu führen, stößt er aus unerfindlichen Gründen ständig vor den Kopf, während er seinen toten Vater vergöttert und nun einer Vision von ihm nacheilt: Indem er das passende Schloss zu einem Schlüssel finden möchte, der einst seinem Vater gehörte und den er zufällig gefunden hat, will er versuchen, dem Toten wieder nahe zu sein.

Auf dieser "Reise" begleitet der Leser Oskar nun und lernt mit ihm viele verschiedene Menschen und Schicksale kennen, was für mich einen großen Reiz an der Geschichte ausgemacht hat. Oskar trifft während seines "Abenteuers" auf sehr skurrile Menschen, auf liebevolle Menschen, auf traurige Menschen und auf abweisende Menschen - Jonathan Safran Foer beweist hier großen Einfallsreichtum, in dem er immer neue Charaktere zeigt, die teils charmant, teils komisch und teils tragisch daherkommen. Oskar aber lässt, egal, was er erlebt, nicht locker und hat so immer ein Ziel vor Augen, dass ihm helfen kann, mit seinem eigenen Schicksal besser umzugehen.

Unterbrochen wird die Geschichte rund um Oskar immer wieder von sehr bewegenden Briefen seiner Großeltern, die einst aus dem 2. Weltkrieg von Dresden nach Amerika flüchteten. Zunächst fragt man sich, warum diese Geschichte überhaupt erzählt wird, doch nach und nach laufen die beiden Erzählstränge zusammen und geben noch mehr Hintergrundinformationen zu Oskars Schicksal. - Allerdings muss man bei dem ständigen Wechsel der Erzählebene auch gut am Ball bleiben, um den Verwicklungen, die sich nach und nach daraus ergeben, zu folgen. Am Schluss, in der Gegenwart angekommen, lösen sich aber alle Ungereimtheiten auf und ergeben eine schlüssige Familiengeschichte.

Der Anschlag vom 11. September auf das World Trade Center spielt im Buch nur eine untergeordnete Rolle. Vielmehr geht es darum zu zeigen, wie man mit so einer Extremsituation umgeht, in die die Angehörigen plötzlich - ohne Abschied von den Verstorbenen - hineingeworfen werden. Meiner Meinung nach hätte Foer hier auch jeden anderen Anschlag thematisieren können, was er mit den Referenzen auf den Dresdner Bombenanschlag von 1945 oder auf Hiroshima deutlich macht. "Wie kann man mit der Trauer umgehen?" und "Gibt es einen Sinn, weiterzuleben?" sind daher nur einige Fragen, die "Extrem laut und unglaublich nah" beim Lesen zu beantworten versucht.

Ein besonderes Buch, das gleich mehrere lesenswerte Geschichten erzählt, zu dem man aber erst einmal seinen Zugang finden muss. 6 von 10 Bücherdiebinnen!




Die Verfilmung von "Extrem laut und unglaublich nah" kommt am 16. Februar in die deutschen Kinos, mit Tom Hanks und Sandra Bullock in den Rollen von Oskars Eltern. Noch kann ich mir nicht vorstellen, wie sich das Buch überhaupt verfilmen lässt, und die beiden Stars scheinen auch nicht ganz zu ihren Rollen zu passen, aber ich bin gespannt, wie es letztendlich auf der Leinwand umgesetzt wird. Hier der Trailer:

Mittwoch, 1. Februar 2012

Monatsrückblick Januar

Hallo zusammen, der erste Monat des Jahres ist schon wieder rum und es wird Zeit für einen kleinen Rückblick. Fünf Bücher habe ich gelesen und ein Hörbuch gehört, damit ist der Januar bei mir lesetechnisch ganz okay gelaufen, trotzdem hoffe ich, im Februar wieder etwas mehr zu lesen ;-)
-> macht 1760 Seiten

Noch immer bin ich dabei, meinen Rezensionsstau ein wenig auszugleichen, aber langsam wird es :-) Drei Rezensionen stehen noch aus, dann hab ich es geschafft - und das neue Modell, die Bücher zeitnah zu rezensieren, hat zumindest bei "Das Mädchen mit den gläsernen Füßen" und "Die Flucht" schon gut geklappt.
Wobei wir auch schon bei meinem Highlight des Monats wären. Als ganz klarer Favorit gewinnt "Das Mädchen mit den gläsernen Füßen" von Ali Shaw diesen Monat den Titel: Konnte es mich optisch direkt überzeugen, hatte mich auch der poetische Inhalt nach nur wenigen Seiten gefesselt... Meine ausführliche Meinung dazu könnt ihr ja in der Rezension nachlesen *lach* Und ich bin jetzt schon gespannt auf die weiteren Werke des Autors!


Sehr erfolgreich war ich bei der "SuB-Abbau = SuB-Aufbau minus 1"-Challenge, denn ich habe im Januar lediglich EIN Buch neu bekommen, und zwar "Die Flucht" von Ally Condie, das ich inzwischen sogar schon gelesen und rezensiert habe. Yeah! Damit sind auch die buchigen Weihnachtsgeschenke wieder ausgeglichen und ich kann stolz verkünden, dass ich zur Halbzeit der Challenge meinen SuB um vier Bücher auf insgesamt 15 reduzieren konnte!
Zwei Monate läuft die Challenge jetzt noch und ich bin total motiviert dabei. Das erklärte Ziel ist weiterhin, den SuB unter die 10er-Marke zu bringen...

Auch den anderen Mädels wünsche ich weiterhin viel Erfolg beim SuB-Abbauen!
Auf einen lesereichen Februar,
Eure Bücherdiebin