Notizen der Bücherdiebin: Juli 2011

Mittwoch, 27. Juli 2011

[Rezension] Mirjam Mous - Boy 7

Vertraue niemandem. Nicht einmal dir selbst.

"Ohne Fallschirm aus einem Flugzeug gestoßen werden. In einem Affenzahn mit einem Auto herumrasen, das sich um keinen Preis lenken lässt. Ins tiefe Wasser geworfen werden, obwohl man nie schwimmen gelernt hat. Sich in einer fremden Stadt verirren und niemandem nach dem Weg fragen können, weil alle japanisch sprechen. So fühlt es sich an. Und zwar alles davon gleichzeitig.
Ich wusste nicht, wer ich war, wo ich war und wie ich an diesen verlassenen Ort geraten war."


Boy 7 kommt auf einer glühend heißen kahlen Grasebene zu sich und weiß weder, wohin er unterwegs ist, noch, woher er kommt. Er weiß nicht einmal mehr, wie er heißt. Die einzige Nachricht auf seiner Mailbox stammt von ihm selbst: "Was auch passiert, ruf auf keinen Fall die Polizei." Boy 7 macht sich daran, seine Identität zu klären. Mit Hilfe der gleichaltrigen Lara, die er zufällig kennenlernt, versucht er seine Erinnerungen wiederherzustellen - doch dabei kommen seltsame Ereignisse ans Licht...

Mirjam Mous hat mit "Boy 7" eine interessante Geschichte entwickelt. Zu Beginn möchte man unbedingt Genaueres über den Jungen Nr. 7 erfahren, der sich anscheinend an nichts mehr erinnern kann: Wie ist er auf die einsame Lichtung gekommen? Warum kann er sich anscheinend an nichts erinnern? Was hat es mit der seltsamen Nachricht auf seiner Mailbox auf sich, die er sich anscheinend selbst als 'Erinnerung' hinterlassen hat? Was führen die geheimnisvollen Personen im Schilde, die er scheinbar zufällig getroffen hat? Schon bald aber zeichnen sich erste Hinweise auf eine mögliche Vorgeschichte ab, die dem Leser weitere Rätsel aufgeben. Nach und nach verliert die Handlung dabei jedoch leider an Überzeugungskraft - der anfängliche Krimi entwickelt sich immer mehr zu einem unrealistischen Science-Fiction-Thriller.

Der Stil des Buches ist einfach gehalten, insgesamt kommt man mit dem Geschehen gut mit. Auch wenn es von Kapitel zu Kapitel unglaubwürdiger wird, verfolgt man den Ausgang der Handlung doch mit Spannung. Was mich aber wahnsinnig an "Boy 7" gestört hat, ist ein etwa 100-seitiger Abschnitt, der fast nur aus Tagebucheinträgen besteht. Die Formulierung dieser Einträge ist sehr unrealistisch gehalten, da hier alles Geschehen 1:1 wiedergegeben wird. Zwar rechtfertigt die Geschichte, dass die einzelnen Tage möglichst genau beschrieben werden, doch würde kein Mensch so akribisch Tagebuch führen, dass er jedes "Mmmh..." und jeden Versprecher notieren würde - ein stilistisches Mittel, das mich sehr gestört hat, so dass ich insgesamt froh war, als das Tagebuch wieder von der Bildfläche verschwunden ist.

Das Ende von "Boy 7" driftet dann auch sehr vom anfänglichen Geschehen ab. Mir war die Auflösung rund um den Gedächtnisverlust zu weit hergeholt, die Geschichte schien zu konstruiert, die technischen Mittel zu fortgeschritten, so dass man das Buch höchstens in einer fernen Zukunft ansiedeln könnte. Und nicht zuletzt erschien mir auch der jugendliche Hauptdarsteller etwas zu stark, etwas zu klug und etwas zu mächtig. Jüngere Leser werden an dem Thriller sicherlich ihren Spaß haben, bei allen anderen wird "Boy 7" wohl keine großen Spuren hinterlassen.

Netter Lesespaß für zwischendurch, die 270 Seiten sind schnell gelesen, bleiben aber zu unrealistisch, um wirklich überzeugen zu können. 
5 von 10 Bücherdiebinnen!

Dienstag, 26. Juli 2011

[Buch im Buch]
"Das Lied der Träumerin" von Tanya Stewner

Hallo alle miteinander, 
heute stelle ich euch wieder ein Buch über das Lesen und die Liebe zu Büchern vor - diesmal sogar ein ganz aktuelles, denn es ist erst im März diesen Jahres erschienen. Neben Büchern spielt hauptsächlich Musik eine große Rolle im Leben der Protagonistin Angelia, die als Sängerin ihren Durchbruch schaffen möchte:


"Das Lied der Träumerin" von Tanya Stewner

Was wären wir ohne unsere Träume?
Angelia hat einen Traum: Sie will als Sängerin den Durchbruch schaffen. Und sie ist fest davon überzeugt: Nur wer träumt, der lebt! Sie geht nach London, um ihren Traum wahrzumachen. Dort erlebt sie mit dem ungleichen Brüderpaar Josh und Jeremy Licht und Schatten von Freundschaft und Liebe. Angelia geht durch Glück und Enttäuschung, muss sich ihrer Vergangenheit stellen und bleibt doch immer auf dem Weg, den ihr Traum ihr zeigt.

Das ganze Buch ist gespickt mit Zitaten aus bekannten Liedern, doch neben diesen eingängigen Liedzeilen spielen auch Bücher eine große Rolle. Zum einen sind da die englischen Klassiker von John Keats, Charles Dickens oder Emily Bronte, die Angelia und ihr Freund, der ihr die Literatur näher bringen möchte, sich gegenseitig vorlesen. Doch besonders ein Buch spielt eine zentrale Rolle im Leben der 18jährigen Träumerin: Mit voller Leidenschaft zitiert sie aus ihrer "Träumerbibel" - dem Buch "Der Alchemist" von Paulo Coehlo.

Ich muss zugeben, dass ich mit den Büchern von Paulo Coelho leider gar nicht viel anfangen kann (vielleicht hat jemand meine Rezension zu "Veronika beschließt zu sterben" gelesen?) Aber die Art, wie Angelia über ihr geliebtes Buch berichtet, hat mich als Büchernärrin natürlich trotzdem fasziniert. Sehr viel Kraft zieht sie aus den geschriebenen Worten, überträgt sie auf ihren eigenen Lebensweg und schöpft immer neuen Mut daraus hervor. Genau wird beschrieben, wie völlig zerlesen ihre Ausgabe von "Der Alchimist" ist, und dass überall im Buch Markierungen an den Stellen angebracht sind, welche Angelia besonders bewegt haben... Und wenn jemand ein Buch so liebt, dann muss dies auch hier vorgestellt zu werden!

Samstag, 23. Juli 2011

Was tun mit Buchgeschenken,
die ihr eigentlich nie lesen wolltet?

Hallo ihr Lieben, 
heute mal wieder eine Fragerunde aus aktuellem Anlass.
Am Donnerstag habe ich euch meine Rezension zu dem Buch "eat, pray, love" gepostet, und wie ihr sehen könnt, ist das Buch ganz schön durchgefallen bei mir. Dass das Buch nicht so toll ist, habe ich bereits nach den ersten 100 Seiten gewusst... warum habe ich mich also durch fast 400 weitere Seiten gequält? Genau: Es war ein Geschenk, von einer guten Freundin noch dazu. Seit Weihnachten lag es also bei mir und wollte gelesen werden... nur ich wollte es gar nicht lesen. Naja, was dabei letztendlich rausgekommen ist, könnt ihr ja selbst in der Rezension lesen...

Jetzt habe ich wieder so ein Problem: Als verspätetes Geburtstagsgeschenk ist bei mir "Plötzlich Shakespeare" von David Safier eingetrudelt. Ich wollte das Buch nie lesen, schon das Cover geht mir auf die Nerven... aber jetzt ist es da. Das Geschenk war ganz sicher lieb gemeint und ich kann sogar verstehen, warum die liebe Freundin das Buch für mich ausgesucht hat: Ich habe Englisch studiert, habe in meiner Arbeit am Theater auch einiges mit Shakespeare zu tun und Herr Safier ist derzeit sowieso in aller Munde. Aber trotzdem... mir gefällt es einfach nicht. Und nicht mehr lange, dann wird mich die Schenkende bestimmt fragen, wie ich das Buch denn fand und so weiter... Blödes Dilemma.

Was also tun? Soll ich es lesen? Da das arme Buch aber schon jetzt keine Chance bei mir hat, wird das bestimmt kein Spaß werden... Oder kann mich jemand aufmuntern, der das Buch schon gelesen hat und es super-duper-spitzenmäßig fand? Vielleicht ist es ja gar nicht so schlecht und nur ich hab aus irgendeinem Grund eine Abneigung dagegen, die sich beim Lesen ganz schnell in Luft auflösen wird...?

Nun meine Frage an euch:
Wie geht ihr mit Buchgeschenken um, die ihr niemals-nie lesen wolltet? Kämpft ihr euch durch die Seiten? Verschenkt ihr sie weiter? Bleiben sie einfach in eurem Regal schmoren? Und was sagt ihr dann dem Schenkenden? Dass das Buch nicht euer Fall war? Oder fragt ihr, ob ihr es umtauschen könnt? Oder bedient ihr euch einer Notlüge und sagt: "war ganz toll", obwohl ihr es nie gelesen habt?

Ich für meinen Teil stand schon mehrere Male vor diesem Dilemma. Manchmal schenken mir Bekannte Bücher schlicht mit der Begründung "Du liest doch so gerne" und sind dann ganz stolz, wenn sie FÜR MICH extra in der Buchhandlung waren, um ein Buch zu kaufen. Dass es da auch Unterschiede und bestimmte Geschmäcker gibt, scheint sie weniger zu interessieren... Oder bin ich jetzt zu hart? Mag sein, aber die Bücher verschwinden deswegen auch nicht wieder vom SuB :-) Also, was nun?

Freu mich wie immer auf eure Beiträge!
Liebe Grüße von eurer Bücherdiebin

Donnerstag, 21. Juli 2011

[Rezension] Elizabeth Gilbert - eat, pray, love

Eine Frau auf der Suche nach allem quer durch Italien, Indien und Indonesien

"Da dieses Buch von meiner persönlichen Suche nach innerem Gleichgewicht handelt, habe ich beschlossen, es wie eine japa mala [= buddhistische Gebetskette] zu strukturieren und in hundertacht Geschichten oder Perlen aufzuteilen. Diese Kette von hundertacht Geschichten ist in drei Abschnitte untergliedert: einen über Italien, einen über Indien und einen über Indonesien - jene drei Länder, die ich während meines Jahres der Selbsterforschung besucht habe."


Essen. Beten. Lieben. Das braucht der Mensch zum Glücklichsein. Aber die einfachsten Dinge sind die schwersten, das weiß auch Elizabeth. Mit Anfang 30 hat sie ihren Mann verlassen und steht nun vor einem Scherbenhaufen. Nach tränenreichen Nächten beschließt die New Yorkerin, eine lange Reise anzutreten: In Italien lernt sie die Kunst des Genießens kennen, in einem indischen Ashram alle Regeln der Meditation und in Bali trifft sie auf Felipe und erfährt durch ihn die Balance zwischen innerem und äußerem Glück.  

"eat, pray, love" ist der autobiographische Roman der amerikanischen Schriftstellerin Elizabeth Gilbert. Durch den Film mit Julia Roberts, der letztes Jahr im Kino lief, bin auch ich auf das Buch aufmerksam geworden - kann den ganzen Rummel darum allerings überhaupt nicht verstehen. Mir kommt das Buch vor wie ein Selbstfindungstrip der Autorin, die sich 'mal alles von der Seele schreiben' wollte, ihre Depression rechtfertigen möchte und überhaupt ein kleines Aufmerksamkeitsdefizit hat. Die Geschichte an sich ist dagegen eher belanglos, auf knapp 500 Seiten geht es wirklich nur ums Essen, ums Beten und (ein ganz klein wenig auch) ums Lieben. Noch habe ich den Film nicht gesehen und es bleibt auch mehr als fraglich, ob ich das überhaupt jemals nachholen werde.

Warum ich beim Buch trotzdem durchgehalten habe? Während der gesamten Lesezeit dachte ich, dass es vielleicht doch noch eine spannende Wendung geben würde, dass die Autorin im Laufe ihrer Reise eine besondere Erfahrung machen würde, die das Buch wirklich lesenswert machen würde. Oder dass im letzten Abschnitt (nach dem langweiligen Gebete) zumindest die Liebesgeschichte schön zu lesen wäre. Leider hat sich keiner dieser Wünsche erfüllt... Einige Ereignisse, die eher am Rande erwähnt wurden, waren dagegen noch ganz interessant. So erfährt man einiges über die Mentalität der Italiener, der Inder und der Indonesier, mit denen Elizabeth Gilbert im Laufe ihrer Reise in Kontakt kommt. Die drei großen "I"s also. Das größte "I" war und blieb jedoch leider das ständige "ich, ich, ich" der Protagonistin.

Oft dachte ich mir beim Lesen: Andere Leute haben auch Probleme... schreiben aber nicht gleich ein ganzes Buch darüber und langweilen so ihre Mitmenschen. Wer etwas über Depressionen und ihre langsame Heilung lesen möchte, dem würde ich doch gerne Sarah Kuttners "Mängelexemplar" ans Herz legen. Leider leben wir heutzutage in einer derart leistungsorientierten Gesellschaft, dass Menschen, die mal eine Auszeit brauchen, noch immer nicht akzeptieren werden. Da hat Elizabeth Gilbert ihre Popularität als Schriftstellerin missbraucht, um sich vor eben dieser Geselllschaft zu rechtfertigen, und vielleicht auch, um sich mit ihren "Problemen" ein bisschen wichtig zu machen. Wer dabei auf der Strecke bleibt? Ganz klar: Der Leser dieses langatmigen Selbstfindungstrips. 

Laaangweilig. Wer immer noch nicht genug hat, kann sich den 2. Teil mit dem vielsagenden Titel "Das Ja-Wort. Wie ich meinen Frieden mit der Ehe machte" holen. Ich tu's nicht. 2 von 10 Bücherdiebinnen!


Sonntag, 17. Juli 2011

[Rezension] Bodil Bredsdorff
- Die Mädchen aus der Villa Sorrento

Ein Sommer, ein Herbst und ein Winter, ein folgenreicher Frühling 
- und doch wieder ein Sommer!

"Er blies den Zigarettenrauch durch die Nase aus. 
'Da ist noch etwas, das ich dir sagen muss. ... Morgen kommt deine neue Mutter zu Besuch.'
Die Enttäuschung brannte. Nicht darüber, was er gesagt hatte, sondern weil dies der Grund war, weshalb er mit mir zusammen zum Baden gegangen war. Nur um das zu sagen. Und dann war da obendrein noch etwas, das er zu erwähnen vergessen hatte."


Die 12jährige Bella kann sich kaum noch an ihre verstorbene Mutter erinnern, als ihr Vater ihr eines Tages eröffnet, dass eine neue Frau in sein Leben getreten ist. Diese zieht bald darauf zusammen mit ihrer Tochter Elinor zu ihnen in die Villa Sorrento an der dänischen Küste. Die zwei Mädchen, beide im gleichen Alter, könnten unterschiedlicher kaum sein - doch entgegen aller Erwartungen und äußeren Schwierigkeiten freunden sie sich miteinander an und werden schnell unzertrennlich. Doch dann geschieht ein schreckliches Unglück, das die Welt der Familie erneut aus den Fugen reißt...

Der Schreibstil der dänischen Autorin Bodil Bredsdorff ist für diese traurige Geschichte überraschend unsentimental. In kleinen, fast episodenartigen Szenen blickt sie auf ihre Figuren und deren innere Gefühlswelt, verliert sich dabei aber nie in langatmigen Beschreibungen darüber, wie sehr das Leben die Charaktere doch gezeichnet hat etc. - obwohl mehr oder weniger alle Personen in diesem Buch Grund zur Traurigkeit hätten. Stattdessen erzählt die Autorin mit wenigen Worten einzelne Erlebnisse aus dem Leben der Familie, die den Leser auch so auf jeder Seite die allgegenwärtige Traurigkeit erfahren lassen. Durch den Abstand, der so zu Bella und den anderen Personen geschaffen wird, lässt sich die bedrückende Grundstimmung viel besser erspüren. Trotz aller Melancholie handelt es sich bei "Die Mädchen aus der Villa Sorrento" keineswegs um ein depressives Buch; die Charaktere versuchen stets hoffnungsvoll, das Beste aus ihrer Situation zu machen und das Leben allen Widrigkeiten zum Trotz zu genießen.

Ein Hauptaugenmerk des Buches liegt weniger auf der Handlung an sich, als vielmehr auf den Personen und ihrer Gefühlswelt. So charakterisiert die Autorin ihre Figuren mit nur wenigen (dafür genau passenden!) Worten, so dass man sofort ein Bild der jeweiligen Person vor dem inneren Auge hat, ohne sie jedoch genau zu kennen - langatmige Beschreibungen über Frisur, Kleidung, Aussehen und ähnliches wird man hier vergebens suchen, dafür vielmehr einzelne Stichworte zu Verhalten und Handlungen in entscheidenden Situationen. Dies lässt einerseits Spielraum für eigene Interpretationen, schafft aber auch zusätzlichen Abstand zu den Figuren, was die Geschichte ebenfalls davor bewahrt, in Melancholie abzudriften.

Die 12-jährige Bella ist in ihrer forschen, aber zugleich zurückhaltenden Art sicher eine gute Identifikationsfigur für viele gleichaltrige Leserinnen, doch sollten auch Erwachsene ihre Freude an der lebensbejahenden und direkten Art des Mädchens haben. In meinen Augen ist das Buch ganz sicher nicht nur ein Jugendbuch, sondern kann von allen Generationen gelesen werden - die sich dann vielleicht eher in dem gutmütigen Vater oder der eifersüchtigen Tante wiedererkennen und mit Bella an ihre eigene Jugend erinnnert werden.

"Die Mädchen aus der Villa Sorrento" liest sich flüssig und klar, mit seinen 109 Seiten ist es aber leider auch sehr kurz. Schade, dass ich die liebevoll gestalteten Charaktere nicht länger begleiten durfte - ich hatte das Buch bereits nach knapp 1,5 Stunden ausgelesen und hätte gerne noch mehr über die Welt von Bella und Co. erfahren...

Ein kleines und trauriges Buch mit wunderbaren, lebensbejahenden Charakteren. 8 von 10 Bücherdiebinnen!


Vielen Dank an den Verlag Urachhaus sowie Blogg dein Buch für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars - Sie haben mich wirklich auf eine kleine Lese-Perle aufmerksam gemacht! Für alle Interessierten hier noch der Direktlink zum Bestellen...

Donnerstag, 14. Juli 2011

[Buch im Buch]
"Die neuen Leiden des jungen W." von Ulrich Plenzdorf

Hallo zusammen, heute gibt es wieder ein neues Buch über das Lesen! Vielleicht kennen es einige aus ihrer Schulzeit, aber das hält mich nicht ab, es euch hier trotzdem vorzustellen :-)
Es geht um einen begeisterten Leser von Goethes "Die Leiden des jungen Werther", der sein ganzes Leben in diesem Büchlein wiederfindet und von nun an beginnt, danach zu leben und daraus zu zitieren:


 "Die neuen Leiden des jungen W." von Ulrich Plenzdorf.

Das Buch handelt von dem 17-jährigen Edward Wibeau, der in der DDR aufwächst. Vom Leben gelangweilt schmeißt er seine Lehre hin und zieht in ein verlassenes Gartenhaus. Auf der Toilette entfremdet er den Deckel und die ersten Seiten eines Buchs als Klopapier. Als er später zu dem Buch greift, weiß er daher nicht, dass es sich um "Die Leiden des jungen Werther" von Johann Wolfgang von Goethe handelt. Stark beeindruckt von dem Buch, bezieht er es immer wieder auf seine persönliche Lebenssituation, findet Vergleiche zwischen sich und dem jungen Romanhelden und fängt sogar an, aus dem Buch zu zitieren - was seine Umwelt eher irritiert zurücklässt. 
Es gibt schon eine ganze Reihe an Parallelen zwischen den Leben von Edgar und Werther: Sie beide lieben eine Dame namens Charlotte (Werther nennt sie liebevoll "Lotte", Edgar ganz modern "Charlie"), beide sind mit dieser Liebe unglücklich, da die Angebetete bereits vergeben ist, und beide sterben an ihrer Liebe... Doch keine Angst, ich habe euch damit nicht das Ende der "neuen Leiden" verraten: Edgar stirbt gleich zu Beginn des Buches und nur in Rückblenden wird seine - zugleich tragische und lustige - Geschichte erzählt, die Edgar munter aus dem Jenseits kommentiert. Somit haben die "neuen Leiden" wirklich nicht mehr viel mit dem alten Goethe gemeinsam, doch Edgar sieht sein ganzes Leben in Werthers Leiden gespiegelt.

Dieses Buch kann man als modernen Klassiker bezeichnen, doch das Wort "Klassiker" sollte euch nicht abschrecken! Es ist absolut einfach, lustig, nachdenklich und innovativ geschrieben und mit seinen rund 150 Seiten auch schnell zu lesen. Man muss "Die Leiden des jungen Werther" nicht unbedingt kennen, um hier seinen Spaß zu haben - aber vielleicht motiviert es auch den ein oder anderen, zu Goethes ursprünglichem Werk zu greifen?!

Dienstag, 12. Juli 2011

[Rezension] Suzanne Collins
- Die Tribute von Panem III: Flammender Zorn

Möge das Gute siegen! Möge die Liebe siegen! 

"In meinem Kopf hallen die Worte von Präsident Snow nach, die er an dem Morgen sprach, als die Tour der Sieger begann: Katniss Everdeen, das Mädchen, das in Flammen stand - von dir ist ein Funke ausgegangen, der sich, wenn wir uns nicht darum kümmern, zu einem Inferno auswachsen könnte, das Panem zerstört." Man sieht, er hat nicht übertrieben, um mich einzuschüchtern. Vielleicht wollte er mich wirklich nur einbinden, meine Hilfe gewinnen. Aber das, was ich in Gang gesetzt habe, ließ sich nicht mehr kontrollieren."

ACHTUNG: Spoiler!! Bitte nur lesen, wenn ihr den ersten Teil "Tödliche Spiele" und den zweiten Teil "Gefährliche Liebe" bereits beendet habt! Meine Rezensionen dazu findet ihr hier (Tödliche Spiele) und hier (Gefährliche Liebe).
 
Schwer verletzt wurde Katniss von den Rebellen befreit und in Distrikt 13 gebracht. Doch ihre einzige Sorge gilt Peeta, der dem Kapitol in die Hände gefallen ist. Die Regierung setzt alles daran, seinen Willen zu brechen, um ihn als Waffe gegen die Rebellen einsetzen zu können. Gale hingegen kämpft weiterhin an der Seite der Aufständischen, und das, zu Katniss' Schrecken, ohne Rücksicht auf Verluste. Als sie merkt, dass auch die Rebellen versuchen, sie für ihre Ziele zu missbrauchen, wird ihr klar, dass sie alle nur Figuren in einem perfiden Spiel sind. Es scheint ihr fast unmöglich, die zu schützen, die sie liebt.

Suzanne Collins schildert uns in ihrem letzten der drei "Panem"-Bücher eine noch schrecklichere Welt als in den Vorgängern; die gesamte Geschichte kommt mit einer sehr depressiven Grundstimmung daher, sie ist geprägt von Zerstörung, Aufständen, Gewalt und Krieg. Auch Katniss, die starke Heldin, die zweimal die Hungerspiele überleben konnte, ist gebrochen und beugt sich dem Willen der Rebellen. Die starke Anführerin, den "Spotttölpel" Panems, konnte ich in ihr nur teilweise wiedererkennen - und hätte mir eine optimistischere Heldin gewünscht.

Unter all diesen traurigen und schrecklichen Ereignissen leidet auch die Spannung des Buches. Bei beiden Vorgängern ging es mir so, dass ich voller Entsetzen dem Beginn der Hungerspiele entgegengefiebert habe, und auch voller Hoffnung wieder auf das (wenn man dies so sagen kann) glückliche Ende der Hungerspiele schaute. In "Flammender Zorn" gibt es keine Hungerspiele im eigentlichen Sinne mehr, die Struktur (Vorgeschichte - Vorbereitung auf die Hungerspiele - Hungerspiele - Ende) wird nicht mehr eingehalten, weswegen der Leser nicht so genau weiß, wo Suzanne Collins eigentlich hinmöchte. Manche Passagen im Buch fand ich dadurch sogar unnötig, habe mich etwas gelangweilt oder war von den ganzen Leuten, die plötzlich auftauchten, sehr verwirrt. Zwar hätte ich mir nicht vorstellen können, wie eine dritte Version der Hungerspiele die beiden Vorgänger noch hätte toppen sollen, doch erwartete ich bei einem Buch, das den Titel "Hunger Games" trägt, dass auch diese wieder eine Rolle spielen. Katniss gegen Präsident Snow, eingesperrt in einer Arena, hätte vielleicht einen größeren Reiz gehabt als die ständige Hoffnungslosigkeit, die den Leser stattdessen erwartet.

Gegen Ende nimmt das Buch wieder seine gewohnte Fahrt auf, es wird spannend, doch auch sehr brutal. Das düstere Ende ist nur die logische Konsequenz aus all den furchtbaren Ereignissen, die in der Welt Panems geschehen sind. Den Epilog dagegen hätte ich mir wieder ausführlicher gewünscht; hier blieb vieles ungesagt, wofür meiner Meinung nach eine genauere Erklärung notwendig gewesen wäre - doch vielleicht soll sich hier der Leser auch seine eigenen Gedanken zu machen. Etwas unzufrieden war ich mit der Männerwahl von Katniss. (Achtung Spoiler - nur sichtbar machen, wenn ihr das Buch schon gelesen habt - dafür einfach den Text markieren:) Die ganze Zeit über hatte ich das Gefühl, dass ihr alter Freund Gale plötzlich schlecht gemacht wurde, ihm Worte in den Mund gelegt worden sind, die seinem Charakter aus den ersten beiden Teilen überhaupt nicht gerecht wurden. Auf diese Weise konnte die Autorin den Weg für den (in meinen Augen) etwas schwächlichen Peeta ebnen. Ich finde nach wie vor, dass Gale und Katniss viel mehr gemeinsam haben, dass bei ihnen eine bessere Basis für eine Beziehung vorhanden war und sich die beiden wirklich geliebt haben. Bei Katniss' Liebe zu Peeta hatte ich weiterhin das Gefühl, dass sie (wie im ersten Band) eher oberflächlich blieb als dass echte Gefühle im Spiel waren. Das heißt nicht, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass Katniss auch mit Peeta glücklich wird - beide Männer haben einen wirklichen tollen Charakter! - aber mit Gale verbindet sie viel mehr als nur die gemeinsamen grausamen Erlebnisse in den Fängen des Kapitols... Die starke Katniss hätte in meinen Augen einen ebenso starken Mann an ihrer Seite verdient.

Dies alles klingt nun sehr negativ, doch schlecht ist "Flammender Zorn" keinesfalls. Man muss sich erst einmal darauf einlassen, welchen neuen Lauf die Geschichte nimmt, die durchaus logisch weitererzählt wird. An vielen Stellen habe ich mitgefiebert, ob Katniss ihren Kampf gegen das Kapitol gewinnen kann, habe mitgezittert, wenn liebgewonnene Charaktere sterben mussten, und fühlte mich - insgesamt - wieder gut unterhalten. Doch mit den beiden Vorgängern, die mit soviel Spannung daherkamen, kann es leider nicht mithalten. Zu sehr steht die Politik des Kapitols im Vordergrund und wird der Krieg mit all seinen schrecklichen Seiten geschildert. Wer die ersten beiden Teile "Tödliche Spiele" und "Gefährliche Liebe" gelesen hat, der sollte natürlich auch zum abschließenden Teil greifen - sich aber darauf gefasst machen, dass man von diesem Band wohl noch nachdenklicher zurückgelassen wird als von den ersten beiden.

Leider ist das Ende der "Panem"-Trilogie nicht mehr so fesselnd wie seine Vorgänger, aber immer noch spannend und lesenswert. 
6 von 10 Bücherdiebinnen!


Freitag, 8. Juli 2011

Wie rezensiert ihr Klassiker?

Vielleicht hat es der ein oder andere schon gesehen, falls nicht, bekommt ihr jetzt den Schock, wenn ihr unter "Ich lese gerade" schaut. Ja, es ist ein Reclam-Heft! Und ja, ein richtiger alter Schinken noch dazu: Das "Nibelungenlied" aus dem 13. Jahrhundert - ein echter Klassiker also. Ab und zu muss das einfach mal sein bei mir :-)

Als eifriger Bloggerin ist mir jetzt auf den ersten 100 Seiten aber ein Gedanke gekommen: Wie soll ich einen Klassiker bloß rezensieren? Darf ich überhaupt weniger als 10 Bücherdiebinnen vergeben? Schließlich haben dieses Buch Millionen Menschen vor mir gelesen, geliebt und weiterempfohlen, so dass es sich über Jahre/Jahrhunderte in den Bücherregalen bewährt hat.

Daher also meine Frage an euch: Wie rezensiert ihr Klassiker? Rezensiert ihr sie überhaupt? Wie schreibt ihr eure persönliche Meinung dazu? Und vergebt ihr ganz normale Punkte/Sterne/was auch immer, habt ihr eine bestimmte Klassiker-Wertung oder vergebt ihr gar keine Schlussbeurteilung? Ich freu mich auf eure Antworten :-)
Liebe Grüße von eurer Bücherdiebin!

Mittwoch, 6. Juli 2011

[Rezension] Suzanne Collins
- Die Tribute von Panem II: Gefährliche Liebe

Spürst du, was sie wirklich fühlt?

"Ginge es nach mir, ich würde versuchen, die Hungerspiele aus meiner Erinnerung zu streichen. Nie mehr davon sprechen. So tun, als wären sie nur ein schlimmer Traum gewesen. Doch die Tour der Sieger macht das unmöglich. Das Kapitol hat sie strategisch günstig, fast genau zwischen den jährlichen Spielen eingeplant, damit das Grauen frisch und lebendig bleibt. Nicht nur, dass sie die Bewohner der Distrikte dazu zwingen, sich jedes Jahr wieder an den eisernen Griff des Kapitols zu erinnern - wir müssen ihn auch noch feiern."

ACHTUNG: Spoiler!! Bitte nur lesen, wenn ihr den ersten Teil "Tödliche Spiele" bereits beendet habt! Meine Rezension dazu findet ihr hier...

Die siebzehnjährige Katniss hat die grausamen Hungerspiele überlebt, zusammen mit ihrem Freund Peeta. Das bedeutet ein eigenes Haus in ihrem Heimatdistrikt 12, außerdem genug zu essen für ihre Familien. Aber all das kann Kat nur kurz genießen: Sie muss als Siegerin öffentlich für das verhasste Kapitol posieren und weiter mit Peeta das Liebespaar spielen. Auf der Tour der Sieger durch die unterjochten Distrikte werden die beide Zeugen von brutaler Gewalt, aber sie entdecken auch Anzeichen für einen Aufstand. Und dann schlägt das Kapitol mit voller Wucht zu: Um jeden Widerstand zu brechen, denkt es sich eine neue, noch viel brutalere Version der "Hungerspiele" aus...

Wie so viele war ich anfangs skeptisch, was den 2. Teil betrifft: Das gleiche Prinzip der Hungerspiele aus dem 1. Teil noch einmal aufgewärmt - kann das funktioneren? Doch natürlich hat mich die Spannung, wie es denn mit der starken Katniss und den anderen Überlebenden weitergeht, schnell zu "Gefährliche Liebe" greifen lassen. Und das Konzept ist ein zweites Mal aufgegangen! Wieder einmal fiebert man mit, wie es den Protagonisten in dieser düsteren Zukunft ergeht, staunt über die komplexe Welt, die sich Suzanne Collins ausgedacht hat, und ist schockiert über die Grausamkeit des Kapitols, unter der die gesamte Bevölkerung zu leiden hat. Die neue Arena - ja, auch im 2. Teil wird wieder gekämpft - ist um einiges interessanter als die erste und überaus gelungen dargestellt. Es geht sehr viel actionreicher zu als im ersten Teil, aber auch wieder sehr brutal.

Geschickt weitergeführt wird auch die Dreiecksgeschichte zwischen Katniss und ihren beiden "Verehrern" Gale und Peeta. Ich kann wirklich nicht sagen, für wen sie sich am Ende entscheiden wird: Für den Freund aus Kindertagen, mit dem sie sich wortlos versteht, oder für den Mitstreiter der Hungerspiele, der sie über alles liebt? Zwar habe ich meinen Favouriten, doch das heißt nicht, dass ich mir kein gelungenes Ende mit dem anderen vorstellen kann. (Dies aber nur am Rande, da die Liebesgeschichte für mich - entgegen vieler anderer Meinungen - nicht den hauptsächlichen Reiz an den "Panem"-Bänden ausmacht.)

Der Schluss jedoch hat mich eher ratlos zurückgelassen. Zu abrupt war hier das Geschehen zuende, geschah etwas völlig unerwartetes, was den "runden" Ablauf der Hungerspiele durcheinanderbrachte. War der 1. Teil der Panem-Reihe doch eher abgeschlossen und ließ nur einen kleinen, aber interessanten Cliffhanger zu, so endet "Gefährliche Liebe" einfach mitten im Geschehen: man ist völlig aufgelöst, hat noch nicht ganz begriffen, was da nun los ist und dann ist man plötzlich schon auf der letzten Seite angekommen. Meiner Meinung nach hat Suzanne Collins hier etwas über das Ziel hinausgeschossen, wollte unbedingt die Spannung auf Teil 3 ankurbeln, damit auch alle Fans dem Erscheinungstermin entgegenfiebern. In meinen Augen hat dies dem Buch jedoch nicht besonders gut getan; es verfehlt auch den Sinn einer Trilogie, wenn die einzelnen Bücher gar nicht mehr einzeln gelesen werden können, oder?

Ein würdiger Nachfolger für den 1. Teil, der die Spannung noch erhöht. Leider mit etwas unausgegorenem Ende. 7 von 10 Bücherdiebinnen!


Samstag, 2. Juli 2011

Zitate - Schatzkiste

Hallo ihr Lieben,
hier mal ein paar gesammelte Zitate, die ich meinen aktuellen Büchern entnommen habe. 
Dieser Blogeintrag ist ab sofort auch in der Sidebar unter "Zitate" verlinkt und ich werde immer mal wieder etwas dazuschreiben, wenn ich schöne Zitate entdecke. Es lohnt sich also, ab und an mal vorbeizuschauen ;)


Buchzitate:

"Bücher müssen schwer sein, weil die ganze Welt in ihnen steckt."
Cornelia Funke, Tintenherz

"Man heiratet, um einen Verbündeten gegen seine Familie zu haben."
Jonathan Tropper - Sieben verdammt lange Tage

"Falls du einen Menschen wirklich kennen lernen willst, musst du dich von ihm scheiden lassen."
Elizabeth Gilbert - eat, pray, love

"Einmal hörte ich einen Stammkunden in der Buchhandlung meines Vaters sagen, wenige Dinge prägten einen Leser so sehr wie das erste Buch, das sich wirklich einen Weg zu seinem Herzen bahne. Diese ersten Seiten, das Echo dieser Worte, die wir zurückgelassen glauben, begleiten uns ein Leben lang und meißeln in unserer Erinnerung einen Palast, wie viele Bücher wir lesen, wie viele Welten wir entdecken, wie viel wir lernen oder vergessen."
Carlos Ruiz Zafón - Der Schatten des Windes

"Brecht always liked people to become aware that they were in a theatre. I said to him more than once, but Brecht, what makes you think they think they're anywhere else? But he had a way of not answering questions he didn't approve of."
Christopher Hampton - Tales from Hollywood



Zitate über Bücher:

"We need to make books cool again. If you go home with somebody and they don’t have books, don’t fuck them." John Waters

"Even when reading is impossible, the presence of books acquired produces such an ecstasy that the buying of more books than one can read is nothing less than the soul reaching towards infinity... we cherish books even if unread, their mere presence exudes comfort, their ready access, reassurance." A.E. Newton



edit: Ich habe mich inzwischen entschlossen, den Zitaten eine "richtige" Seite zu widmen - ihr findet sie ab sofort oben in der Navigationsleiste

Freitag, 1. Juli 2011

[Rezension] Jeff Kinney - Gregs Tagebücher I - V

"Zuerst will ich etwas klarstellen: Das sind meine Memoiren und KEIN Tagebuch. Ich weiß, auf dem Umschlag steht etwas anderes, aber als meine Mom das Ding besorgt hat, habe ich ihr EXTRA gesagt, nichts zu kaufen, auf dem "Tagebuch" steht. [...] Wenn sie glaubt, dass ich hier meine "Gefühle" oder so einen Quatsch reinschreibe, hat sie sich getäuscht. Erwartet also nicht, "Liebes Tagebuch" dies und "Liebes Tagebuch" das von mir zu hören."

Die bisherigen Titel:
01: Von Idioten umzingelt!
02: Gibt's Probleme?
03: Jetzt reicht's!
04: Ich war's nicht!
05: Geht's noch?
Der 13-jährige Greg Heffley hat von seiner Mutter ein Tagebuch geschenkt bekommen. Und das, obwohl Tagebücher doch eigentlich nur was für Mädchen sind! Oder etwa doch nicht? Greg jedenfalls beginnt einfach mal darin zu schreiben und zu zeichnen: über seine lästigen Brüder, seine Eltern, seinen trotteligen Freund Rupert, den täglichen Überlebenskampf in der Schule, ein echt gruseliges Geisterhaus und über den verbotenen Stinkekäse...

"Gregs Tagebücher" sind keine normalen Bücher, sondern nennen sich "Comic-Romane": Die Geschichte wird im Stil eines Tagebuchs erzählt und dabei auf jeder Seite mit lustigen Zeichnungen versehen, z.B. so wie hier:
 

Bei amazon werden von vielen verzweifelten Eltern, deren Kinder (meist Söhne...) vorher nie ein Buch in die Hand genommen haben, ganze Lobeshymnen auf "Gregs Tagebuch" gesungen, da diese Bücher ihre Kinder endlich zum Lesen gebracht haben. Was also macht den Erfolg der Bücher aus?
  • Man liest die Bücher recht schnell durch - ich habe pro Titel (jeweils 220 Seiten) etwa eine gute Stunde gebraucht - die Kinder haben also ein schnelles Erfolgserlebnis
  • Greg hat die ganz normalen Probleme eines 13jährigen Jungen: er ist faul, spielt für sein Leben gern Computerspiele, hat eine nervig-liebenswerte Familie und wäre in der Schule gern beliebter - ein klasse Anti-Held also, der dem Leser oft ähnlicher ist, als es ihm lieb ist
  • Die Bücher sind einfach unglaublich witzig und mit einer guten Prise Ironie geschrieben!
  • Die Comics sind liebevoll gezeichnet, die Charaktere haben einen hohen Wiedererkennungswert - fast, als treffe man seine eigene Familie in diesem Buch wieder...

Bisher am besten hat mir Band 4 "Ich war's nicht" gefallen, da hier am Ende nochmal alle Erlebnisse des Buches zusammengefasst aufs Korn genommen wurden (mehr will ich jetzt nicht verraten), aber auch die anderen Bände sind klasse! Wer hochtrabende, feingeistige Literatur sucht, ist hier natürlich an der falschen Adresse, allen anderen kann ich "Gregs Tagebücher" uneingeschränkt empfehlen. Und ganz sicher muss man nicht mehr 13 sein, um Spaß daran zu haben! Ich hoffe auf viele weitere Bände :-)

Kurzweilige Unterhaltung, liebevolle Comics - nicht nur für Kinder ein toller Spaß! 8 von 10 Bücherdiebinnen!