Montag, 17. Oktober 2011

Kurzkritik zur Literaturverfilmung:
Das Geheimnis von Green Lake

"Das Geheimnis von Green Lake" ist die Verfilmung des Buches "Löcher. Die Geheimnisse von Green Lake" von Louis Sachar. Alle Informationen zum Inhalt sowie meine ausführliche Kritik zum Buch findet ihr hier.

Eins gleich vorne weg: Meiner Meinung nach ist der Film eine gelungene Umsetzung des Buches und sorgt sicher auch ohne große Vorkenntnisse knapp 2 Stunden lang für Unterhaltung! Dass der Film das Buch so gut umsetzt, liegt zu großen Teilen wohl daran, dass Louis Sachar, der Autor des Buches, auch das Drehbuch verfasst hat und so die Geschichte nach seinen Wünschen in bewegte Bilder verpacken konnte.

Die Hauptrolle des Stanley Yelnats spielt der junge Shia LaBeouf, der später durch Filme wie "Disturbia", "Eagle Eye" und vor allem der "Transformers"-Reihe berühmt geworden ist. Aber es ist sehr interessant, ihn hier als Teenager erleben zu dürfen :-) Andere bekannte Gesichter sind Sigourney Weaver, die als "Der Boss" auftritt, und Patricia Arquette, die die bezaubernde "Kissing Kate Barlow" spielt.

Sehr gut gibt der Film die Atmosphäre aus dem Buch wieder: Überall Sand, Hitze und Staub, dazu die ewigen Schikanen der Aufseher während der sowieso schon anstrengenden Graberei und schließlich die Trost- und Hoffnungslosigkeit im Camp. Trotzdem fehlt nicht der Witz und die Ironie des Buches. Dafür sorgen in meinen Augen vor allem die jugendlichen Akteure, die die Absurdität ihres Aufenthalts im Camp und vor allem des täglichen Löchergrabens gekonnt darstellen!

Die Rückblenden der langen Geschichte der Yelnats werden ebenfalls treffend umgesetzt. Um sie mehr vom eigentlichen Geschehen abzusetzen, hätte ich sie wahrscheinlich in schwarz-weiß drehen lassen, aber ich will nicht meckern ;-) Man erkennt gut, wann ein Zeitsprung eingebaut wurde und auch die Zusammenhänge mit der Geschichte werden verdeutlicht.
Trotzdem bin ich mir nicht ganz sicher, ob Zuschauer, die das Buch nicht gelesen haben, durch den Film wirklich alle Verwicklungen zwischen Gegenwart und Vergangenheit verstehen. Im Buch werden zunächst viele Stränge der Geschichte angedeutet, die sich nach und nach verdichten und schließlich vollkommen plausibel auflösen; im Film lassen sich die Zusammenhänge (wohl aus Zeitgründen) aber manchmal nur erahnen und verlangen eine eigene Interpretation des Zuschauers.

Etwas schade finde ich, dass Stanley anfangs nicht wie im Buch ein übergewichtiger Junge ist, sondern den gesamten Film über schon seine schlanke Gestalt besitzt. Im Buch wandelt sich der dickliche Junge, der zuerst für sein Aussehen gemobbt wird, durch die harte Arbeit und die täglichen Entbehrungen in einen schlanken und muskulösen jungen Mann, was natürlich auch seinen Charakter prägt - diese Ebene wird im Film leider weggelassen. Sei es nun auf die Disney-Produzenten zurückzuführen, die in ihren Filmen lieber ästhetische Menschen zeigen möchten, oder auf die Umstände, die ein Fatsuit samt Maske und Co. hinter der Kamera mit sich bringen würde... diese "Wandlung" hat mir sehr gefehlt, da ich sie für Stanleys Reifeprozess wirklich wichtig finde!

Lässt man diese Kleinigkeiten einmal beiseite - schließlich muss es bei jeder Literaturverfilmung zwangsläufig Änderungen geben - so ist die filmische Umsetzung von "Löcher" insgesamt sehr dicht an das Buch angelehnt (was für mich eines des Hauptkriterien für eine gute Literaturverfilmung ist). Wer also das Buch schon gelesen hat, der sollte sich diesen Film nicht entgehen lassen, und wer bisher nur den Film gesehen hat, dem empfehle ich dringend, auch das Buch noch zu lesen!


Übrigens kann man sich den kompletten Film (leider nur in mäßiger Qualität) bei youtube ansehen... ich weiß gar nicht, ob das legal ist, aber ich hab es ja nicht hochgeladen ;-) Wer einen ersten Eindruck vom Film gewinnen will, sollte aber auf jeden Fall mal reinschauen! Hier der erste Teil:


Kommentare:

  1. klingt interessant :) ich habe das buch noch nicht gelesen, will das aber demnächst einmal nachholen. und dann guck ich mir auch mal den film an :)

    außerdem vielen lieben dank für deine freundlich begrüßung in der challenge. :) das hat mich wirklich total gefreut. :)
    liebste grüße!

    killthesilencce.blogspot.com

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  2. Vielen Dank für diese Rezension und den Filmtipp. Jetzt habe ich eine Beschäftigung für den Nachmittag gefunden. ;)

    LG Rekymanto

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  3. @Faith: Das Buch musst du dringend nachholen! Und sich hinterher den Film anzuschauen, ist ja quasi Standardprogramm :-)

    @Rekymanto: Freut mich, wenn ich dir den Nachmittag versüßen konnte! Viel Spaß mit "Löcher" :-)

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