Dienstag, 10. Mai 2011

Kurzkritik zur Literaturverfilmung:
"Wasser für die Elefanten"

"Wasser für die Elefanten" ist die Verfilmung des gleichnamigen Buches von Sara Gruen. Alle Informationen zum Inhalt sowie meine ausführliche Kritik zum Buch findet ihr hier.

Schon am Buch hat mir am meisten die Atmosphäre gefallen: wie das Leben im Zirkus beschrieben wird, die harte Arbeit, die täglichen Sorgen und die glamourösen Auftritte in der Manege. Auch der Film schafft es, diese Atmosphäre zu vermitteln. In eindrucksvollen Bildern wird hier gezeigt, welche raue Welt sich doch hinter den glamourösen Zirkuskulissen versteckt, wie beengt das Leben in den Eisenbahnwaggons ist, wie sehr die Wirtschaftskrise der 1930er Jahre auch die strahlende Welt des Zirkus im Griff hat, und schließlich, wie einfallsreich immer wieder vor den Zuschauern improvisiert wird, so dass selbst verpatzte Kunststücke noch gerettet werden, damit die zahlenden Kunden zufrieden sind.
Wie bei den meisten Literaturverfilmungen wurde leider auch bei "Wasser für die Elefanten" kräftig der Rotstift angesetzt und Wichtiges aus dem Buch einfach gestrichen: Die äußere Rahmenhandlung des Romans (Jacob lebt in einem Seniorenheim und hat mit den Sorgen des Alters und der Bevormundung durch das Pflegepersonal zu kämpfen) wurde im Film drastisch verkürzt. Übrig geblieben ist leider nur Folgendes: Ein alter Mann verirrt sich zu einem Zirkus, wo er die Geschichte seiner Jugend erzählt, die von einer nicht standesgemäßen Liebe geprägt war. Mich erinnerte dies leider allzu sehr an "Titanic", wenn die alte Rose in ihren Erinnerungen schwelgt...
Auch der Prolog des Buches, in dem Jacob mitansieht, wie ein Mord geschieht, wird nicht gezeigt. Dies nimmt dem Film etwas an Tiefe und vor allem an der Spannung, wie es zu solch einer dramatischen Handlung kommen kann. Das sonstige Geschehen im Zirkus wurde aber gut umgesetzt - auch wenn es noch weitere kleinere Änderungen gab, so habe ich mir die Zirkussituation doch in etwa so vorgestellt. Wie gesagt, meiner Meinung nach ist die Atmosphäre sowieso das wichtigste Element in "Wasser für die Elefanten" - sowohl im Film als auch im Buch.
Christoph Waltz spielt die Rolle des schizophrenen Zirkusdompteurs so eindringlich, dass man meinen könnte, er wolle sich nach "Inglourious Basterds" für seinen nächsten Oscar qualifizieren; auch Reese Witherspoon und Robert Pattinson geben eine solide Leistung ab und spielen ein glaubwürdiges Liebespaar - inklusive vieler schmachtender Blicke ;-)

Insgesamt eine solide Buchverfilmung, großes Popcornkino, schöne Darsteller. Vielleicht etwas zuviel Hollywood und etwas zu wenig Sara Gruen, aber immer noch sehenswert!


Hier der Trailer für euch:

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