Mittwoch, 20. April 2011

[Rezension] Jackson Pearce
- Drei Wünsche hast du frei

Ein Vogel und ein Fisch könnten sich lieben, nur wo sollten sie leben?

"Wer bist du?", flüstert sie.
"Ich habe keinen Namen", antworte ich.
"Aber können wir die Förmlichkeiten überspringen und das hier beschleunigen?"
"Was beschleunigen?"
"Das mit den Wünschen. Ich bin hier, um dir drei zu erfüllen."



Jackson Pearce macht uns in ihrem Buch "Drei Wünsche hast du frei" mit der 16-jährigen Viola bekannt. Seit ihr Freund Lawrence sie vor sieben Monaten verlassen hat, weil er herausgefunden hat, dass er schwul ist, verkriecht Viola sich in ihrer eigenen Welt. Sie fühlt sich "unsichtbar" und in der Schule nicht mehr dazugehörig, selbst wenn Lawrence sein Bestes gibt, ihr als guter Freund zur Seite zu stehen. Einzig in der Malerei kann sie sich ausdrücken und ihren Schmerz kurzzeitig vergessen. In dieses Szenario platzt plötzlich ein Dschinn, der ihren Wunsch nach Zugehörigkeit vernommen hat, und ihr jetzt drei Wünsche erfüllen soll. Leider ist er so gar nicht begeistert davon, jetzt auf Erden verweilen zu müssen, um abzuwarten, bis Viola ihre drei Wünsche geäußert hat. Doch je besser er das schüchterne Mädchen kennen lernt, desto mehr fühlt er sich zu ihm hingezogen...

"Drei Wünsche hast du frei" beginnt mit einer netten Idee: Bestimmt hat ein jeder schon einmal davon geträumt, sich drei Herzenswünsche erfüllen zu lassen. Neben den ganzen Vampiren, Werwölfen und Engeln, die sich momentan in der Fantasy-Literatur tummeln, ist die Welt der Dschinns außerdem eine willkommene Abwechslung. Doch leider hat Jackson Pearce dieses Potential wenig genutzt und erzählt in ihrem Buch vielmehr eine (leider sehr vorhersehbare) Liebesromanze. 

Die Charaktere sind recht einfach dargestellt. Viola ist das schüchterne Mauerblümchen, Lawrence der coole Typ und der Dschinn der unnahbare und wunderschöne Wunschgewährer. Auch manche Handlungen konnte ich nicht ganz nachvollziehen. (Achtung Spoiler - nur sichtbar machen, wenn ihr das Buch schon gelesen habt - dafür einfach den Text markieren:) z. B. vergeudet Viola alle ihre Wünsche, statt sie für das Naheliegende zu gebrauchen. So habe ich mich die ganze Zeit über gefragt: Warum bittet sie mit ihrem letzten Wunsch nicht einfach darum, dass der Dschinn bei ihr auf der Erde bleiben darf und seine Verstöße gegen das calibanische Regelsystem nicht weiter geahndet werden??? Auch über die Welt des Dschinns, Caliban, erfährt man leider nur das Nötigste. Es lässt sich erahnen, dass Jackson Pearce sich hier aber eine viel größere Welt ausgemalt hat, mit eigenen Regeln, einer weit zurückreichenden Geschichte und einem strengen System, nach dem heutzutage alle Dschinns leben müssen. Gerne hätte ich darüber noch mehr gelesen, doch die Autorin erklärt und nur das, was man zwingend wissen muss.

Der Roman wird abwechselnd aus der Sicht Violas und aus der Sicht des Dschinns geschrieben. Da beide aus der Ich-Form berichten, war es für mich an manchen Stellen etwas verwirrend nachzuvollziehen, wer denn jetzt gerade spricht - ein Blick auf die Kapitelüberschrift half dann aber weiter ;-) Da der Dschinn zu Beginn ein sehr arrogantes Verhalten an den Tag legt und von den Sorgen der Erdenbewohner eher genervt ist, fällt es  zunächst schwer, sich mit ihm zu identifizieren; dies legt sich allerdings später, seine Wandlung ist dann sogar recht spannend zu verfolgen. Ansonsten ist der Schreibstil flüssig, und die Kapitel kurz gehalten, so dass man beim Lesen sehr schnell vorankommt.

Eine nette Idee, die kurzweilige Unterhaltung bereithält. Mehr aber nicht.
5 von 10 Bücherdiebinnen!


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