Notizen der Bücherdiebin

Samstag, 20. Februar 2016

[Rezension] Sabine Both - Ein Sommer ohne uns

Eine große Liebe. Und eine Auszeit von der Treue.

Fakten rund ums Buch:
Genre: Contemporary YA
Originaltitel: -
Verlag: Loewe
Ausgabe: ebook
Seitenzahl: 240
erschienen: Februar 2016
Preis: 8,99 Euro


"Wirst du irgendwann bereuen, dass du nie mit einer anderen was hattest, immer nur mit mir?"
"Wie kommst du denn darauf?"
"Nur so."
Das ist es also, was sie beschäftigt. Was hinter diesem Blick steckt. "ich habe noch nie darüber nachgedacht."
Sie sieht ihn an, verengt die Augen. Er fragt sich, ob sie seiner Stimme anhört, dass er lügt.


Klappentext:

Verena und Tom kennen sich von klein auf, sind ein Paar, seit sie dreizehn sind. Sie gehören einfach zusammen und das soll für immer so bleiben. Aber ein Gedanke lässt Verena – mitten im Abistress und voller Vorfreude auf das anstehende Studium – nicht mehr los: Sie hat noch nie einen anderen Jungen geküsst, geschweige denn Sex mit einem anderen gehabt. Doch sie liebt Tom und sich von ihm zu trennen oder ihn zu betrügen, kommt nicht infrage.
Als sie schließlich mit Tom darüber spricht, treffen die beiden eine Vereinbarung: eine offene Beziehung, drei Monate Austobzeit nach dem Abi. Danach ist alles wieder wie vorher und die zwei wieder ein Paar. Zunächst genießen die beiden es, sich auszuprobieren. Doch sie haben nicht mit den Gefühlen gerechnet, die das Arrangement mit sich bringt: Zweifel tun sich auf. Ängste. Werden sie rechtzeitig einen Ausweg finden?


Meine Meinung:

Auf Sabine Boths "Ein Sommer ohne uns" bin ich durch das eindringliche Thema aufmerksam geworden, das in der Jugendliteratur sonst eher selten vorkommt. In vielen Büchern wird ja gern beschrieben, wie ein Pärchen zusammenkommt, nicht aber, was nach Jahren der Beziehung passiert, wenn sich der Alltag eingeschlichen hat. Daher habe ich mir von diesem Roman viel erhofft - vielleicht zu viel.

"Ein Sommer ohne uns" beginnt zunächst mit einer Beschreibung, was 5 Jahre vor Einsetzen der Handlung passiert ist, als Verena und Tom im zarten Alter von 13 Jahren gerade zusammenkommen. Dieser Rückblick war echt süß zu lesen, bremste aber leider schon den Einstieg in die Geschichte sehr aus. Überhaupt: Bis es zur im Klappentext angesprochenen "Trennung auf Zeit" kommt, vergehen ca. 50% des Buches. Danach ist auf den verbleibenden 120 Seiten nicht mehr viel Zeit, um sich wirklich tiefgründig mit den Gefühlen der beiden während ihrer Auszeit zu befassen, zumal auch noch weitere Geschichten, etwa die Eheprobleme der Eltern oder die Liebeleien von Verenas Bruder, beleuchtet werden. Aber gerade von diesen Gefühlen, von Ängsten, Zwiespälten oder auch vom Aufbruch, hätte ich doch so gerne gelesen!

Die Handlung wird in schneller Folge abwechselnd von Verena und Tom erzählt. Sehr besonders ist der knappe Schreibstil, der meist in kurzen, prägnanten Sätzen daherkommt und dem Leser oft die geballte Wahrheit um die Ohren haut. Dies ließ sich sehr schnell lesen, baute aber auch eine Distanz zu den Protagonisten auf, die ich mir bei diesem sensiblen Thema nicht gewünscht hätte. Richtige Emotionen kamen bei mir erst gegen Ende des Buches auf.

Nichtsdestotrotz geht Sabine Both mit ihrem Roman einen wichtigen Schritt auf dem Jugendbuchmarkt. Ich wünsche mir mehr von diesen gefühlvollen Themen abseits des Mainstreams!


Mein Fazit:

Ein eindringliches Thema, insgesamt für meinen Geschmack aber zu wenig gefühlvoll präsentiert. 5 von 10 Bücherdiebinnen.

Freitag, 29. Januar 2016

Jahresrückblick 2015

Hallo ihr lieben Bücherwürmer!
Wie immer viel zu spät, gibt es heute einen kleinen Rückblick auf das vergangene Lesejahr. 

2015 habe ich das erste Mal mit einer Leseliste gearbeitet, was recht erfolgreich war. Hier findet ihr bereits meinen Rückblick auf die Leseliste und meine Erfahrungen damit. Kurz gesagt: Im vergangenen Jahr habe ich mich bewusst wieder mehr auf Leseempfehlungen konzentriert und dabei viele ältere, bewährte Bücher gelesen, die mir überdurchschnittlich gut gefallen haben. Die Neuerscheinungen sind dabei etwas in den Hintergrund getreten (worüber ich kein bisschen traurig bin) und ich konnte mich auf ein paar ausgewählte Highlights konzentrieren, denen ich dann auch jeweils sehr entgegengefiebert habe.

Und jetzt ein paar Zahlen ...
Im Jahr 2015 habe ich insgesamt 16774 Seiten gelesen, das sind ca. 1398 Seiten pro Monat und 46 Seiten pro Tag. Bei meiner durchschnittlichen Lesegeschwindigkeit von etwa 60 Seiten pro Stunde habe ich also jeden Tag des Jahres etwa eine Dreiviertelstunde mit Lesen verbracht. Damit bin ich sehr zufrieden und werde mir für 2016 das gleiche Leseziel stecken.

Die gelesenen Seiten verteilen sich auf folgende 52 (plus 3 abgebrochene) Bücher: 

Januar:
01.) Patrick Ness - New World I: Die Flucht, 544 Seiten
02.) Grégoire Delacourt - Alle meine Wünsche, 128 Seiten
03.) Lauren Oliver - Panic, 368 Seiten 
04.) Anton Tschechow - Die Dame mit dem Hündchen, 65 Seiten
05.) Martin Suter - Die Zeit, die Zeit, 304 Seiten 

Februar:
06.) Joyce Maynard - Das Leben einer anderen, 320 Seiten
07.) Christoph Scheuring - Echt, 256 Seiten
08.) John Steinbeck - Von Mäusen und Menschen, 128 Seiten 
09.) Solomonica de Winter - Die Geschichte von Blue, 288 Seiten 
10.) Kristin Cashore - Die Beschenkte, 496 Seiten 

März:
11.) Rachel McIntyre - Sternschnuppenstunden, 304 Seiten
12.) Ava Dellaira - Love Letters to the Dead, 416 Seiten
13.) Meg Rosoff - Was ich weiß von dir, 272 Seiten
14.) Lucy Dillon - Das kleine große Glück, 544 Seiten

April:
15.) Matthew Quick - Die Sache mit dem Glück, 336 Seiten
16.) David Levithan - Hold Me Closer. The Tiny Cooper Story (engl.), 208 Seiten  
17.) Susan Juby - Der Tag, als wir begannen, die Wahrheit zu sagen, 352 Seiten
18.) Ian McEwan - Honig, 448 Seiten 
19.) Karolin Kolbe - 17 Briefe oder der Tag, an dem ich verschwinden wollte, 192 Seiten
(Liv Marit Weberg - Zum Glück bemerkt mich niemand ... abgebrochen nach ca. 115 Seiten) 

Mai:
(Lisa Fiedler - Mouseheart: Die Prophezeiung der Mäuse, abgebrochen nach 55 Seiten)
20.) Bettina Belitz - Mit uns der Wind, 400 Seiten
(Emmy Laybourne - Monument 14, abgebrochen nach ca. 80 Seiten)

Juni:
21.) Patrick Ness - New World II: Das dunkle Paradies, 576 Seiten
22.) Bärbel Muschiol - Ein dekadentes Angebot, 42 Seiten
23.) James Patterson & Emily Raymond - Heart. Beat. Love., 320 Seiten 

Juli:
24.) Patrick Ness - New World III: Das brennende Messer, 640 Seiten
25.) John Green - Margos Spuren (reread), 336 Seiten
26.) Doris Dörrie - Diebe und Vampire, 224 Seiten
27.) Kiera Cass - The Heir (engl.), 368 Seiten 

August:
28.) Antonia Michaelis - Der letzte Regen, 608 Seiten
29.) Patrick Marber - Closer (engl., reread), 120 Seiten
30.) Sophie Kinsella - Schau mir in die Augen, Audrey, 384 Seiten 
31.) Dave Eggers - Der Circle, 560 Seiten 

September:
32.) Valentina Fast - Royal 1: Ein Leben aus Glas, 197 Seiten 
33.) J.W. Ironmonger - Das zufällige Leben der Azalea Lewis, 432 Seiten
34.) Cecilie Enger - Die Geschenke meiner Mutter, 272 Seiten 
35.) Kathrin Lange & Stefanie Heindorf - Bruderliebe, 316 Seiten 

Oktober:
36.) Kristin Cashore - Die Flammende, 510 Seiten
37.) Anton Tschechow - Der Kirschgarten, 94 Seiten 
38.) J.K. Rowling - Harry Potter und der Stein der Weisen (Schmuckausgabe), 256 Seiten
Hörbuch: Elke Heidenreich & Marcel Reich-Ranicki - Wozu lesen?, 82 Minuten
39.) Carolin Kebekus - Pussyterror, 160 Seiten 
40.) Oscar Wilde - Das Bildnis des Dorian Gray, 352 Seiten 
41.) Art Spiegelman - Die vollständige Maus, 300 Seiten 
42.) J.R.R. Tolkien - Der Hobbit, 391 Seiten 

November: 
43.) Hubertus Rufledt - Alisik I:Herbst (reread), 112 Seiten
44.) Hubertus Rufledt - Alisik II: Winter, 92 Seiten
45.) Hubertus Rufledt - Alisik III: Frühling, 96 Seiten
46.) Hubertus Rufledt - Alisik IV: Tod, 92 Seiten
47.) J.K. Rowling - Harry Potter und die Kammer des Schreckens (reread), 352 Seiten
48.) Emily Brontë - Sturmhöhe, 464 Seiten

Dezember:
49.) Antonia Michaelis - Nashville, 480 Seiten 
50.) Jean-Paul Didierlaurent - Die Sehnsucht des Vorlesers, 224 Seiten 
51.) Kristin Cashore - Die Königliche, 567 Seiten
52.) Jeff Kinney - Gregs Tagebuch 10: So ein Mist!, 218 Seiten 



Kommen wir nun zu meinen Jahreshighlights:

Romane


Ganz vorne standen bei mir im vergangenen Jahr die Romane. Ein unglaublich intensives Leseerlebnis, über das ich noch lange nachdenken musste, hat mir dabei "Der Circle" von Dave Eggers bereitet. Gerne würde ich das Buch allen, die sich regelmäßig in der virtuellen Welt aufhalten, als Pflichtlektüre in die Hand geben, um ihr Online-Verhalten einmal kritisch zu hinterfragen. Ganz im Stil von "1984" schildert der Roman nämlich äußerst überzeugend eine Zukunft, die gar nicht mehr so fern zu sein scheint.
 
2015 habe ich mich vermehrt wieder mit Klassikern auseinandergesetzt. Von allen am meisten beeindruckt hat mich "Das Bildnis des Dorian Gray" von Oscar Wilde. Nachdem ich auf den ersten 20% des Buches eher skeptisch war und meinen Zugang zum Buch noch nicht gefunden hatte, konnte mich der Mix aus Krimi, philosophischen Fragen und Londoner Unterwelt schnell nicht mehr loslassen. Und bald merkte ich auch gar nicht mehr, dass ich gerade einen Klassiker las, sondern einfach nur ein immer noch sehr relevantes Buch.

Eine meiner Lieblingsautorinnen, Antonia Michaelis, konnte mich in diesem Jahr gleich wieder mit zwei Büchern begeistern. Atmosphärisch dicht, spannend und mystisch kommt "Der letzte Regen" daher, eins ihrer ersten Bücher (oder sogar das erste?) für Erwachsene. In diesen Strudel aus Halb-Wahrheiten von Regenmachern, verschwommenen Erinnerungen und Todestagen habe ich mich gern hineinziehen lassen. Auch der Roman "Nashville oder Das Wolfsspiel", zwischen Medizinstudenten und Obdachlosen in Tübingen angesiedelt, konnte mich mit seinem thrillerartigen Verwirrspiel absolut überzeugen.

"Die Geschichte von Blue" ging mir sehr nahe. Die erst 17jährige Autorin Solomonica de Winter lässt ihre Protagonistin in Monologen an einen Therapeuten erzählen, welche Liebe sie zu dem Buch "Der Zauberer von Oz" entwickelt hat. Und warum sie dafür über Leichen geht.



"Anspruchsvolle" Jugendbücher 

 

Auch den Jugendbüchern bin ich im vergangenen Jahr treu geblieben, aber doch sehr viel wählerischer geworden. Auf von den Verlagen hochgehypte Reihenauftakte, die man bald auf allen Kanälen sehen konnte, hatte ich gar keine Lust mehr und habe mir stattdessen ganz gezielt die Bücher herausgepickt, auf die ich richtig Lust hatte. Übrigens fast alles in sich abgeschlossene Bände. :-)

Sehr angesprochen hat mich das Programm des neuen Magellan-Verlags und ein besonders emotionales Highlight daraus war in meinen Augen "Sternschnuppenstunden" von Rachel McIntyre. Das Tagebuch eines Mobbingopfers rüttelt wach, zeigt, welcher Willkür die Betroffenen meist ausgeliefert sind, und setzt damit ein wunderbares Statement, wie wichtig Zivilcourage in unserer Gesellschaft ist.

Wie immer top unterhalten konnte mich der Script5-Verlag. Bettina Belitz, ebenfalls eine meiner Lieblingsautorinnen, hat mich in "Mit uns der Wind" mit einer narkoleptischen Protagonistin auf einen turbulenten Trip zum Rock-am-Ring-Festival mitgenommen, in "Das zufällige Leben der Azalea Lewis" hat mich J. W. Ironmonger mit seiner Statistik von Zufällen und der Schicksalstheorie schwer begeistert.

Schon ewig auf meiner Lektüreliste stand die Trilogie "New World" von Patrick Ness. Die große Seitenzahl hatte mich bisher immer abgeschreckt, aber nun bin ich froh, dass ich es endlich gewagt habe! Besonders faszinierend fand ich hierbei, wie realistisch Patrick Ness zum einen seine Dystopie aufbaut, und wie selbstverständlich es bald ist, dass man die Gedanken aller Personen hören kann. Das größte Plus hat er aber dafür verdient, wie nah Gut und Böse in seinem Roman doch oft beieinanderliegen: Denn selbst die Handlungen der "Bösen" konnte ich immer sehr gut nachvollziehen und wusste oft nicht, wem ich trauen soll. Und die "Guten" haben selbstverständlich ihre Fehler und sind bei weitem nicht die übermächtigen Helden, wie man sie sonst oft präsentiert bekommt.



Graphic Novels 


Ein neues Terrain betreten habe ich im Jahr 2015 mit den Graphic Novels. Für mich waren das früher eher "ausgebaute Comics", man kann sie aufgrund ihrer Größe nicht so bequem überall mit hinnehmen und überhaupt wusste ich nicht, mit welchen Büchern ich loslegen sollte. Diese Vorurteile konnte ich in den letzten Monaten aber erfolgreich abbauen und ich plane, mir in diesem Jahr definitiv weitere Graphic Novels zuzulegen. Da ich mich hier aber immer noch nicht besonders gut auskenne, würde ich mich über ein paar "Beginner-Tipps" echt freuen! :-)

Wunderschön gezeichnet und mit einer schaurig-süßen Geschichte hat mich der Vierteiler "Alisik" von Hubertus Rufledt verzaubert. Die Charaktere waren allesamt so detailverliebt dargestellt, dass ich schnell in die Welt von Alisik und ihren Freunden abtauchen und die morbide Friedhofs-Atmosphäre sehr genießen konnte. Dazu kamen viele Randnotizen des Todes, "Interludien" und Auszüge aus den Gesetzesblättern der Totenwächter, die erahnen ließen, wie viele Gedanken sich der Autor rund um die Alisik-Welt gemacht hat.

Weitaus ernster ging es jedoch in "Die vollständige Maus" von Art Spiegelman zu, der die Vergangenheit seines Vaters während der Nazi-Zeit aufarbeitet. Die schrecklichen Geschichten von KZ und Judenverfolgung kennt natürlich jeder, in Form von Mäusen (Juden) und Katzen (Nazis) habe ich mir das aber noch nie vorgestellt. Am liebsten waren mir allerdings die Passagen, wenn Art Spiegelman direkt die Entstehung seiner Graphic Novel thematisiert und erzählt, wie er seinem Vater die einzelnen Geschichten entlockt und was die schrecklichen Erlebnisse auch Jahrzehnte später noch mit dem Überlebenden anrichten. 



Und ihr so?

Das waren also meine Lesehighlights 2015. Haben euch im vergangenen Jahr ähnliche Bücher beeindrucken können? Oder seid ihr ganz anderer Meinung? 

So oder so wünsche ich euch ein tolles Lesejahr 2016 und viele gute Bücher! 

Wie immer alles Liebe 

Eure Bücherdiebin

Samstag, 9. Januar 2016

Meine Lesepläne für 2016

Da meine Leseliste 2015 ein voller Erfolg war (hier mein Rückblicks-Post), versuche ich mich auch 2016 wieder an einer Leseliste. Ich habe sie diesmal leicht von 20 auf 25 Bücher angehoben. Da ich plane, 2016 wieder jede Woche ein Buch zu lesen, würde ich also, wenn ich wirklich alle Titel lesen will, immer abwechselnd ein Buch dieser Liste und ein Buch "frei Schnauze" lesen. Es gibt also noch genug Freiheiten für Neuerscheinungen und Jetzt-spontan-lesen-will-Titel. Mal schauen, wie gut das klappt!

*via weheartit*

Die Kategorien, in die ich unterteilt habe, sind die gleichen wie beim letzten Mal. Jedoch habe ich die reread-Abteilung, in der ich ja nicht so erfolgreich war *lach*, zwischen den anderen Listen "versteckt". Vielleicht kann ich mich ja so selbst austricksen. :-)

Und hier kommen sie jetzt, meine 25 most wanted Bücher in 2016:

Must Reads: Bücher, von denen die Bloggerwelt schwärmt
  • Laini Taylor - Daughter of Smoke and Bone
  • Maggie Stiefvater - Wen der Rabe ruft
  • Rick Riordan - Percy Jackson: Diebe im Olymp 
  • Sarah J. Mass - Throne of Glass: Die Erwählte 
  • George R. R. Martin - Die Herren von Winterfell 
  • Meg Wolitzer - Was uns bleibt ist jetzt  
  • Michael Ende - Die unendliche Geschichte
  • Melina Marchetta - Jellicoe Road (engl.)

Lieblingsautoren: Bücher, deren Autor/innen ich sehr schätze
  • Sarah Kuttner - 180° Meer 
  • Elke Heidenreich - Alles kein Zufall  
  • Bettina Belitz - Panthersommernächte 
  • Kiera Cass - The Crown (engl.) 
  • Antonia Michaelis - Das Institut der letzten Wünsche
  • Lilach Mer - Seacrest House
  • J.K. Rowling - Harry Potter (ab Band 3, rereads)

(Moderne) Klassiker: Bücher, die man "mal gelesen haben sollte"
  • F. Scott Fitzgerald - Der große Gatsby
  • Harper Lee - Wer die Nachtigall stört
  • Marleen Haushofer - Die Wand
  • Margaret Atwood - Der Report der Magd 
  • Michael Cunningham - Die Stunden
  • Italo Calvino - Wenn ein Reisender in einer Winternacht 
  • Hermann Hesse - Siddhartha
  • Gottfried Keller - Kleider machen Leute (reread)
  • Sylvia Plath - Die Glasglocke (reread)
  • Lewis Carroll - Alice in Wonderland / Through the Looking Glass (engl., reread)

*via weheartit*


In der Kategorie Must Reads finden sich diesmal eine ganze Menge Reihenauftakte. Das hat den Grund, dass ich in letzter Zeit erstaunlich viele Stand-alones gelesen und bis auf die "Selection"-Reihe alle anderen Mehrteiler beendet bzw. abgebrochen habe. Daher würde ich gerne in einige neue gehypte Auftakte reinlesen und dann schauen, welche Reihe davon ich weiterverfolgen möchte. So sind diesmal auch bewusst keine kompletten Reihen auf meiner Liste gelandet. 

Bei den Lieblingsautoren gibt es wieder einige Neuerscheinungen, denen ich 2016 sehr entgegenfiebere. Und ein paar Bücher haben sich natürlich auch im letzten Jahr angesammelt; da bin ich mit dem Lesen einfach noch nicht hinterhergekommen. *lach* Ende 2015 habe ich (dank der tollen illustrierten Schmuckausgabe) wieder mit "Harry Potter" begonnen - und gemerkt, dass ich auch zum dritten Mal sehr gerne nach Hogwarts reise. Daher möchte ich die Reihe ganz ungezwungen (und vor allem zeitlich nicht begrenzt) fortführen.

Förmlich explodiert ist bei mir die Kategorie Klassiker. Seit dem Herbst habe ich wieder total Lust, etwas anspruchsvollere Literatur zu lesen und mich mehr mit meinen Büchern auseinanderzusetzen. An Jugendbüchern habe ich mich in letzter Zeit sowieso überfressen und musste feststellen, dass dort viele Neuerscheinungen in dem Einheitsbrei der ewig gleichen Dreiecksbeziehungen, Endzeit-Szenarien und Held-muss-die-Welt-retten-Schema untergehen. Also warum nicht jeden Monat einen Klassiker lesen? 
Ich hab die Liste dann auf 10 Titel begrenzt, um mir quasi zwei Monate mal eine Pause zu gönnen, aber gerade ist die Klassiker-Lust sehr groß und ich will am liebsten alle auf einmal lesen! "Kleider machen Leute" war übrigens der erste Klassiker, den wir in der 7. Klasse in der Schule lesen mussten, und ich habe dieses Buch damals echt GEHASST. Heute, ca. 17 Jahre später, denke ich mir: sooo schlimm können die 60 Reclam-Seiten doch gar nicht sein und ich möchte es einfach nochmal mit dem Büchlein probieren. Und wenn im Sommer die Verfilmung von "Through the Looking Glas" in die Kinos kommt, kann es auch nicht schaden, vorher mal wieder ins Wunderland abzutauchen. :-)

Ein weiterer Vorsatz von mir ist es, wieder mal mehr Bücher auf Englisch zu lesen. Das ist in letzter Zeit bei mir sehr eingeschlafen. Rein aus Bequemlichkeit (weil ich deutsche Bücher viel schneller durchlese und mich weniger konzentrieren muss) warte ich dann doch lieber auf eine Übersetzung. Aus diesem Grund taucht - ganz subtil - hier in jeder Kategorie auch ein englisches Buch auf. Richtig zwingen möchte ich mich dazu jedoch nicht, sondern viel mehr mal wieder die Lust auf die englische Sprache zurückgewinnen.

Sodele, das waren meine Lesevorhaben 2016. Habt ihr schon Titel von dieser Liste gelesen? Welche könnt ihr empfehlen? Veröffentlicht ihr auch eine Jahres-Leseliste? Dann freue ich mich über einen Link in den Kommentaren! 

Wie immer alles Liebe von eurer Bücherdiebin

      Mittwoch, 23. Dezember 2015

      Rückblick auf meine Lesepläne 2015

      Im Januar habe ich mir das erste Mal eine Lektüreliste erstellt mit 20 Titeln, die ich 2015 unbedingt lesen möchte (hier findet ihr den Ursprungspost). Ich war gespannt, ob ich mich ein Jahr lang an solch eine Liste halten kann, habe ich doch in der Vergangenheit oft auf Neuerscheinungen geschielt und da eher spontan zugegriffen. 
      Heute will ich mal einen Rückblick wagen:


      Must Reads: Bücher, von denen die ganze Bloggerwelt schwärmt
      • Rainbow Rowell - Eleanor & Park
      • Ava Dellaira - Love Letters to the Dead
      • Kiera Cass - The Heir (engl.)
      • Patrick Ness - Chaos Walking Trilogie (New World):
        • Die Flucht / Das dunkle Paradies / Das brennende Messer
      • Kristin Cashore - Die sieben Königreiche Trilogie:
        • Die Beschenkte / Die Flammende / Die Königliche

        Bis auf "Eleanor & Park" von Rainbow Rowell (auf das ich Anfang des Jahres noch total gespannt war, dann aber auch einige negative Kritiken gelesen habe, die meine Euphorie etwas dämpften) habe ich hier alle Titel gelesen. Gerade die "Chaos Walking Trilogie", die doch schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat und ziemlich *hust* seitenintensiv ist, ist bei mir immer wieder in Vergessenheit geraten und hat sich schlussendlich als wahrer Buchschatz für mich entpuppt! Aus ähnlichen Gründen (erster Band bereits von 2010, mehr als 1500 Seiten ...) blieb die Trilogie von Kristin Cashore bei mir immer wieder liegen. Auch diese Bücher haben mich durchaus unterhalten, den ganz großen Hype kann ich aber nicht nachvollziehen, dafür gab es in allen drei Geschichten viel zu große Längen und leider eher platte Charaktere.



      Lieblingsautoren: Bücher, deren Autor/innen ich sehr schätze

      • Bettina Belitz - Mit uns der Wind
      • Antonia Michaelis - Der letzte Regen (oder Nashville oder beide ^^)
      • Ian McEwan - Honig
      • Meg Rosoff - Was ich weiß von dir

        In dieser Kategorie konnte ich einen Erfolg auf ganzer Linie verzeichen: Ich habe alle fünf Titel gelesen! Auch hier ist mir wieder aufgefallen, dass ich vor den etwas älteren Titeln eher zurückgeschreckt bin (vor allem der 600-Seiten-Klops "Der letzte Regen" stand lange bei mir im Regal rum), aber diese Liste hat mich kontinuierlich an mein Lesevorhaben erinnert. Und ich bin sehr froh, dass ich mich dadurch "überwinden" konnte und diese Schätze gelesen habe. Nicht schwer hatten es natürlich die Neuerscheinungen bei mir (allen voran "Mit uns der Wind"), auf die ich schon sehnsüchtig hingefiebert habe. :-) Diese habe ich dann beim Lesen extra intensiv genossen.



      Klassiker: Bücher, die man "mal gelesen haben sollte"

      • John Steinbeck - Von Mäusen und Menschen
      • J.R.R. Tolkien - Der Hobbit
      • Oscar Wilde - Das Bildnis des Dorian Gray
      • Emily Brontë - Sturmhöhe

        Wenn ich von alten Büchern rede, die mich nie so reizen wie Neuerscheinungen, dann bin ich in der Klassiker-Ecke ja genau richtig. :-) Voller Motivation habe ich mich gleich im Januar an "Von Mäusen und Menschen" gewagt ... und obwohl mir das Buch sehr gefallen hat, blieb es vorerst auch dabei. Erst im Oktober bekam ich wieder Lust auf die Klassiker in dieser Liste. Zugegeben sind es aber auch alles eher Herbst-Bücher, die man gut bei Sturm und Regen lesen kann. Und das habe ich dann auch gemacht: Mittlerweile sind alle gelesen! Die Atmosphäre in "Dorian Gray" konnte mich absolut für sich einnehmen, für einen Klassiker ist das Buch echt packend geschrieben. Mit "Sturmhöhe" dagegen habe ich etwas länger gekämpft, weil ich mich erst einmal durch den Wust an Charakteren (die auch alle noch gleich hießen) wühlen musste.



      Rereads: Bücher, die ich schon einmal sehr geliebt habe

      • Benjamin Quabeck - Nichts bereuen
      • Patrick Marber - Closer (engl.)
      • Jenny Valentine - Kaputte Suppe

        Nicht so erfolgreich war ich bei den Rereads. Ich nehme mir zwar ständig vor, mal wieder ein Buch zur Hand zu nehmen, das ich schon einmal sehr geliebt habe, aber irgendwie klappt es dann doch nicht, weil mich die neuen Bücher viel mehr locken. Zumindest "Margos Spuren" und die ersten beiden "Harry Potter"-Teile habe ich gerereadet, auch wenn ich sie zu Jahresbeginn, als ich diese Liste erstellt habe, noch gar nicht auf dem Schirm hatte.



      Und jetzt?

      Das war also mein kleiner Rückblick auf meine Lektüreliste 2015. Mit 20 Titeln war sie natürlich absichtlich nicht besonders vollgepackt, aber ich wollte mir ja auch genügend Spielraum für spontane Leseentscheidungen lassen. (Zum Vergleich: Aktuell lese ich an meinem 50. Buch in 2015) Selbst wenn die rereads nicht besonders gut geklappt haben, so würde ich die Liste insgesamt doch als echten Erfolg bezeichnen. Ich habe festgestellt, dass ich im Laufe des Jahres immer wieder zu dieser Liste zurückgekehrt bin und geschaut habe, was davon ich noch lesen könnte. So habe ich mir auf der Suche nach neuem Lesestoff oft bewusst gemacht, dass es gerade die älteren Bücher sind, die sonst bei mir durchrutschen. Und die Erfahrung, dass ältere (und damit oft bei vielen Lesern bewährte) Bücher nicht schlecht sein müssen, gab es gratis dazu. :-) Ich habe sogar den Eindruck, dass ich 2015 überdurchschnittlich viele gute Bücher gelesen habe. 

      Durch diese Sichtweise hat sich auch mein Umgang mit Neuerscheinungen etwas verändert. Hatte ich früher oft das Gefühl, ich müsste unbedingt als eine der ersten den neuen Roman XY lesen, am besten als Rezensionsexemplar noch vor dem Erscheinungstermin direkt vom Verlag, so hat sich diese Sicht in den vergangenen Monat komplett entspannt. Viel lieber warte ich doch die ersten Rezensionen zu einer gehypten Neuerscheinung ab und mache mir ein Bild davon, ob das Buch auch wirklich etwas für mich ist oder doch eher vergeudetete Lesezeit. Ganz oft habe ich dann festgestellt, dass mein Drang, ein bestimmtes neues Buch direkt lesen zu wollen, sehr schnell wieder nachgelassen hat, sobald das Buch die erste Welle an Berichterstattungen hinter sich gelassen hat. Mein Fokus auf Bücher, die über Monate und Jahre immer mal wieder irgendwo auftauchen, hat sich dagegen eher vergrößert.

      Und ganz unbewusst konnte ich somit meine Vorfreude auf einzelne, bestimmte Neuerscheiungen und Reihenfortsetzungen wieder steigern. Hier hat es sich eben nur um einzelne Bücher gehandelt, deren Erscheinungstermin ich mir dann rot im Kalender anstreichen konnte.

      Und weil meine Erfahrungen mit dieser Liste so positiv waren, bin ich gerade dabei, mir auch für 2016 wieder eine Leseliste zu erstellen. Vielleicht bin ich mutig und nehme noch ein paar mehr Titel auf, mal schauen. Aber jetzt noch die Frage an euch: Wie macht ihr das mit euren Leseplänen? Lieber spontan oder habt ihr auch eine Liste? Halten sich bei euch Neurerscheinungen und alte Titel die Waage auf dem SuB? Und was lest ihr lieber?

      Freu mich über eure Kommentare!
      Wie immer alles Liebe von eurer Bücherdiebin

      Dienstag, 15. Dezember 2015

      [Rezension] Antonia Michaelis - Der letzte Regen

      Ein Roman über den Regen, die Liebe und ein Huhn.


      Fakten rund ums Buch:
      Genre: Roman
      Originaltitel: -
      Verlag: Wißner
      Ausgabe: Hardcover
      Seitenzahl: 608
      erschienen: Februar 2009
      Preis: (nur noch gebraucht erhältlich)


      Er holte die Milch aus dem Kühlschrank und sah den Zettel, und mit einem Schlag war die ganze schöne Normalität wie weggewischt. Jemand hatte das Datum unterstrichen. Mit blauer Tinte. Arend legte den Finger darauf: Die Tinte war noch feucht. Jemand war hier gewesen. Doch es war niemand da gewesen, er wusste es genau.


      Klappentext:

      20. August 2006. VORSICHT! steht auf dem Zettel an Arends Kühlschrank. Aber wer hat den Zettel dort hingehängt? Der seltsame Herr Kaftan, der durchs Fenster der Hamburger Souterrainwohnung einsteigt? Der drahtige kleine Mann, der unerwartet in Arends Büro auftaucht und ihn bedroht? Oder die blasse junge Frau, die er plötzlich überall trifft? Und wieso sind so viele Leute plötzlich der Meinung, das Datum wäre sein Todestag?

      Arend gerät immer tiefer in den Strudel einer Geschichte, die begann, als er noch ein Kind war. Es ist eine Geschichte voller Regen, Erinnerungen und Geheimnisse – und voller Beerdigungen. Eine gefährliche Geschichte. Arend bleibt genau ein Monat, um herauszufinden, was am 20. August geschehen wird.

      Und ob er es verhindern kann.


      Meine Meinung:

      Seit dem "Märchenerzähler" bin ich ein großer Fan der Autorin Antonia Michaelis. Auch ihre nachfolgenden Bücher "Die Worte der weißen Königin", "Solange die Nachtigall singt" und "Niemand liebt November", die ich alle in die Kategorie "anspruchsvolle Literatur für junge Erwachsene" ordnen würde, haben mir sehr gefallen. Zwangsläufig bin ich daher irgendwann auf "Der letzte Regen" gestoßen, das bereits 2009 veröffentlicht worden ist (zu einer Zeit, in der die Autorin noch hauptsächlich Kinderbücher geschrieben hat) und mittlerweile leider nur noch antiquarisch zu erhalten ist.

      In der Jetzt-Zeit der Geschichte hat Protagonist Arend bereits die 30 überschritten, weswegen ich das Buch nicht ausschließlich als Jugendbuch bezeichnen würde. Es gibt aber einen parallelen Erzählstrang mit Rückblicken zu seiner Kindheit und Jugend, der nicht weniger ausführlich ist und gegen Ende des Buches mit dem aktuellen Geschehen zusammenläuft.

      Die Atmosphäre des Buches ist wahnsinnig dicht. Richtig gut gefallen hat mir, wie ich durch Arends Augen die Stadt Hamburg kennenlernen durfte. Toll waren aber auch die mystischen Elemente mit allem, was mit dem Regen zusammenhängt. Diese hatte ich nach Lesen des Klappentextes erst gar nicht erwartet, aber sie fügten sich gut in das reale Geschehen ein.

      Antonia Michaelis führt ihre Leser oft an der Nase herum, was Wahrheit und Fiktion in ihrem Buch anbelangt. Auf diesen Strudel aus Halb-Wahrheiten muss man sich erst einmal einlassen (und sollte sehr aufmerksam lesen!), aber dann verfolgt man gebannt das Geschehen und möchte unbedingt wissen, was sich wirklich zugetragen hat. Auf 600 Seiten schafft die Autorin es leider nicht ganz ohne die eine oder andere Wiederholung im Geschehen, was an wenigen Stellen etwas langatmig wirken kann, aber das ist eindeutig zu verschmerzen! Ergänzt wird die Erzählung mit sogenannten "Fundstücken" von Bernhard Ludewig - kleinen Fotografien aus Arends Welt, die das Geschehen toll unterstützenund noch greifbarer machen. 


      Mein Fazit:

      Atmosphärisch dicht, spannend, mystisch, auch für ältere Leser top. Fans von Antonia Michaelis sollten definitv zugreifen! 9 von 10 Bücherdiebinnen.


      Dienstag, 13. Oktober 2015

      [Rezension] Christoph Scheuring - Echt

      Es ist nämlich so, dass ich finde, dass es keinen intensiveren Augenblick gibt als einen Abschied


      Fakten rund ums Buch:
      Genre: Contemporary Young Adult
      Originaltitel:
      Verlag: Magellan
      Ausgabe: Hardcover
      Seitenzahl: 256
      erschienen: September 2014
      Preis: 14,95 Euro 


      "Glaubst du, alles im Leben ist vorbestimmt?", fragte Kati. "Ich meine, dass wir auf einem Gleis sitzen und nicht runterkönnen und immer nur in unserer Spur weiterfahren?"
      "Quatsch", sagte ich, "wenn die Menschen auf Gleisen leben würden, könnten sie nie zusammenkommen. Also, dann würden sie immer nur parallel nebeneinander herfahren. Und wenn man sich berührt, ist das gleich ein Unfall und es gibt Verletzte und Tote."


      Klappentext:

      Albert sammelt Abschiede. Tag für Tag fotografiert er am Bahnhof Umarmungen, Trennungen und Tränen. Denn Abschiede, das sind für ihn Momente, in denen der Mensch wahrhaftiger ist als jemals sonst. Eines Tages lernt er Kati kennen. Sie sieht aus wie ein Engel, ist gleichzeitig abgezockt und verletzlich. Und sie ist wie gebannt von seinen Bildern, vor allem von seinem Lieblingsbild, auf dem Schmerz und Glück völlig selbstvergessen miteinander verschmelzen. Doch Kati behauptet, das Foto sei eine einzige Lüge. In den Tiefen des Bahnhofs machen sich die beiden daran, die Wahrheit hinter dem Foto zu finden.


      Meine Meinung:

      Was mir an "Echt" sofort positiv aufgefallen ist, ist die sehr eindrückliche und realistische Atmosphäre, die Christoph Scheuring beim Lesen aufkommen lässt. Der Jugendroman spielt hauptsächlich im Hamburger Bahnhofsviertel und beleuchtet das Leben der Straßenkids. Das alles liest sich so, als wüsste der Autor genau, wovon er schreibt, und hätte das Leben auf der Straße sehr gründlich recherchiert.

      Was mich in meiner Euphorie jedoch leider etwas getrübt hat, war der Spannungsaufbau des Romans. Die erste Hälfte klebte ich nur so an den Seiten und wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht. Das verflog in der zweiten Hälfte leider etwas; die Geschichte trat hier zeitweise arg auf der Stelle. Nach dem Lesen des Klappentextes hatte ich mich auf eine kleine Schnitzeljagd quer durch Hamburg gefreut (oder alternativ auf eine Reihe von Geheimnissen, die den Charakteren mehr Tiefe gegeben hätten), aber da wurde ich leider enttäuscht. Das wird zwar auf den letzten Seiten des Buches etwas nachgeholt (und auch die Auflösung hat mir gefallen), aber dafür, dass das Buch insgesamt nur 256 Seiten besitzt, traten mir diese Längen etwas zu deutlich hervor.

      Der Schreibstil dagegen ist kurzweilig und geprägt von einer tollen Situationskomik. Protagonist Albert besitzt einen trockenen, manchmal schwarzen Humor, der mich sehr gut unterhalten konnte. Immer wieder gerät er in absurde Situationen, die er absolut treffend und so locker beschreibt, dass ich oft in mich hineinschmunzeln musste. So ließ sich auch die oftmals eher bedrückende Atmosphäre des Buches sehr gut ertragen. 


      Mein Fazit:

      Eine authentische Geschichte mit einem tollen schwarzen Humor. Leider auch mit ein paar Längen. 7 von 10 Bücherdiebinnen.

      Samstag, 12. September 2015

      [Rezension] Dave Eggers - Der Circle

      Geheimnisse sind Lügen; Teilen ist heilen; alles Private ist Diebstahl


      Fakten rund ums Buch:
      Genre: Roman
      Originaltitel: The Circle
      Verlag: Kiepenheuer&Witsch
      Ausgabe: Hardcover
      Seitenzahl: 560
      erschienen: August 2014
      Preis: 22,99 Euro 


      "Ich sag dir jetzt was, und es schmerzt mich, dir das sagen zu müssen. Aber du bist nicht mehr sehr interessant. Du sitzt zwölf Stunden an einem Schreibtisch, und dabei kommt nichts anderes rum als ein paar Zahlen, die in einer Woche nicht mehr existieren oder in Vergessenheit geraten sind. Du hinterlässt keine Spuren. Es gibt keinen Beweis dafür, dass du gelebt hast."


      Klappentext:

      Die 24-jährige Mae Holland ist überglücklich. Sie hat einen Job ergattert in der hippsten Firma der Welt, beim »Circle«, einem freundlichen Internetkonzern mit Sitz in Kalifornien, der die Geschäftsfelder von Google, Apple, Facebook und Twitter geschluckt hat, indem er alle Kunden mit einer einzigen Internetidentität ausstattet, über die einfach alles abgewickelt werden kann. Mit dem Wegfall der Anonymität im Netz – so ein Ziel der »drei Weisen«, die den Konzern leiten – wird es keinen Schmutz mehr geben im Internet und auch keine Kriminalität. Mae stürzt sich voller Begeisterung in diese schöne neue Welt mit ihren lichtdurchfluteten Büros und High-Class-Restaurants, wo Sterneköche kostenlose Mahlzeiten für die Mitarbeiter kreieren, wo internationale Popstars Gratis-Konzerte geben und fast jeden Abend coole Partys gefeiert werden. Sie wird zur Vorzeigemitarbeiterin und treibt den Wahn, alles müsse transparent sein, auf die Spitze. Doch eine Begegnung mit einem mysteriösen Kollegen ändert alles …


      Meine Meinung:

      Den "Circle" hatte ich schon seit längerer Zeit auf dem Schirm und dachte mir immer, dass ich das Buch - als jemand, der sich beruflich mit Internet und Social Media befasst - mal gelesen haben sollte. Doch gleichzeitig ließ mich dieser "Zwang" und die Dicke des Buches immer wieder davor zurückschrecken. Als ich vor kurzem erfuhr, dass das Buch demnächst mit Emma Watson und Tom Hanks in den Hauptrollen verfilmt werden soll, griff ich endlich zu.

      Das Buch hat sicherlich nicht wenige Schwächen. So bleiben sämtliche Charaktere arg blass, man erfährt nur das Nötigste über sie und sie stützen vorwiegend den Fortlauf der Geschichte anstatt vor dem Auge des Lesers wirklich lebendig zu werden. Auch über Mae, aus deren Sicht der komplette Roman geschildert wird, erfährt man verhältnismäßig wenig, so dass sie mir immer ein bisschen fremd blieb. 
      Einen richtigen Spannungsbogen besitzt "Der Circle" nicht. Man ahnt zwar, worauf das Ganze hinauslaufen wird, doch mir passierte es selten, dass ich das Buch vor Spannung nicht mehr aus der Hand legen wollte. Dazu kommen einige Wiederholungen, die man sich meiner Meinung nach hätte sparen können.

      Und dennoch habe es nicht bereut, diesen Roman gelesen zu haben und möchte ihn euch unbedingt weiterempfehlen! Was ich nämlich absolut genial finde, ist, wie Dave Eggers die Zukunftsvision im Laufe der Handlung aufbaut. Ich habe nicht einen Moment daran gezweifelt, dass unsere Technik sich GENAU SO weiterentwickeln könnte und dass die Errungenschaften zwar erschreckend, aber nicht weniger realistisch sind.
      Schlimmer noch, ich habe mich sogar öfter dabei ertappt, genau wie die Protagonistin zu denken, dass die fortschreitende Überwachung etwas Gutes für die Menschheit bedeutet. Denn wäre das Internet z.B. nicht ein viel netterer Ort, wenn sich dort alle ausschließlich mit ihrer echten Identität einloggen dürften!? Hater-Kommentare, Shitstorms und Co. hätten sicherlich keine Chance mehr, wenn jeder mit seinem Namen dafür geradestehen müsste.
      Doch diese Momente waren bei mir - anders als bei Protagonistin Mae - immer wieder von einem kritischen Kopfschütteln gefolgt, wenn ich mir die weiteren Konsequenzen bewusst gemacht habe. Man muss den "Circle" mit einem gesunden Abstand lesen und sich zwischendurch Zeit nehmen, um darüber nachzudenken. Aber genau das ist in meinem Augen die größte Stärke des Romans: Er regt dazu an, sich einmal intensiv mit seinem Social Media-Verhalten auseinanderzusetzen und zu überlegen, wo man für sich die Grenze zwischen Öffentlichem und Privatem ziehen möchte. 


      Mein Fazit:

      Trotz einiger Schwachpunkte kann ich den "Circle" allen empfehlen, die sich gerne in der virtuellen Welt aufhalten und ihr Online-Verhalten einmal kritisch hinterfragen wollen. Denn der Roman schildert äußerst überzeugend eine Zukunft, die gar nicht mehr fern zu sein scheint. 8 von 10 Bücherdiebinnen.

      Samstag, 5. September 2015

      [Hilfe!] Könnt ihr mir tolle Blogs empfehlen?


      Hallo liebe Leser,

      lange ist es her, dass auf diesem Blog so richtig was los war. Und auch, wenn ich wieder große Lust am Bloggen verspüre, weiß ich noch nicht genau, was das für die Zukunft der "Notizen der Bücherdiebin" bedeuten wird und wie / ob es hier regelmäßig weitergehen wird. Viel hat sich in der letzten Zeit in der Bloggerszene verändert und so richtig bin ich irgendwann nicht mehr mitgekommen.

      Heiß geliebte "alte" Blogs, die ich trotz der Stille auf meinem eigenen Blog fleißig weiter verfolgt habe, haben sich nach und nach aufgelöst. Darüber war ich jedes Mal traurig, konnte aber gleichzeitig die Gründe der Blogger gut nachvollziehen - ging es mir doch nicht viel anders. Umso mehr freue ich mich immer, wenn die guten "alten Bekannten" in meiner Blogroll nach oben springen, weil sie einen neuen Post verfasst haben. 

      Gleichzeitig sind unzählige neue Blogs dazugekommen und das ist der Punkt, an dem ich irgendwann den Überblick verloren habe. Daher würde ich euch gern um eure Unterstützung bitten: Welche Blogtrends habe ich in letzter Zeit verpasst? Und kennt ihr tolle, neue Blogs, bei denen ich unbedingt mal vorbeischauen sollte? Am besten sollten diese sich natürlich rund um meine Lieblingsgenres drehen.

      Ich freue mich über jeden Tipp - auch gerne Werbung für euren eigenen Blog! :-)
      Alles Liebe von Eurer Bücherdiebin